Die Transformation von der Fabrik hin zu einem fabrizierenden Stadtteil nahm eine weitere wichtige Hürde

Die Einzäunung der Tabakfabrik Linz an der Unteren Donaulände ist ab sofort Geschichte: Heute wird diese Mauer abgerissen.

Damit entsteht auch auf der Höhe des Parkbad-Haupteingangs ein markanter und barrierefreier Zugang zum Areal für FußgängerInnen.

Foto: Archiv der Stadt Linz

Foto: Archiv der Stadt Linz

Errichtet wurde die nicht unter Denkmalschutz stehende Einfriedung 1981 im Zuge des Neubaus des ehemaligen „Tobaccoland“-Gebäudes (an der Kreuzung von Gruberstraße und Unterer Donaulände), das sich heute als beliebter Schauplatz zahlreicher Veranstaltungen, wie z.B. der höchst erfolgreichen Großausstellung „Tutanchamun – Sein Grab und die Schätze“, etabliert hat.

Foto: Archiv

Foto: Archiv

Der erste Zutritt zur Tabakfabrik über die Untere Donaulände ist bereits am kommenden Wochenende im Rahmen der „WearFair & mehr“-Messe 2014 möglich. In naher Zukunft wird dort ein neuer, einladender Eingangsbereich zum Peter-Behrens-Platz, dem Innenhof der Tabakfabrik Linz, geschaffen.

Foto: Tabakfabrik Linz

Foto: Tabakfabrik Linz

Die nunmehr vierte Sendung der Sendereihe “Rauchzeichen – Tabakfabrik Linz on air” im Kultur- und Bildungskanal von Radio FRO, ausgestrahlt am 09.09.2014, gibt es hier  zum Nachhören:

Inhalt der “Rauchzeichen”-RadioSendung “Swing tanzen verboten”:

In einer Zeit, in der die NS-Diktatur alle im Gleichschritt marschieren ließ und alles „Nicht-Deutsche“ vollständig zu vernichten versuchte, schwärmten sie für die britisch-amerikanische Swing-Musik, erkoren die persönliche Freiheit zum höchsten Gut und pflegten einen frivol-freien Lebensstil. Die Rede ist von den sogenannten Swing-Kids, die in Österreich auch die Bezeichnung „Schlurf“ trugen.

Obwohl Swing von den Nationalsozialisten der „entarteten Musik“ zugeordnet wurde, in vielen Tanzsälen folglich Schilder mit dem Spruch „Swing tanzen verboten“ hingen und nicht wenige Swing-Kids ihr Leben für die Liebe zur Swingmusik ließen, war die Begeisterung für dieses Genre ungebrochen, das einst sogar die Partituren von Operetten bestimmte.

Die Ausstellung „Swing tanzen verboten“, ein Projekt von „EntArteOpera“ im Rahmen des diesjährigen Brucknerfests, beleuchtet in der Tabakfabrik Linz auf eindringliche Weise die Unterhaltungsmusik nach 1933 zwischen Widerstand, Propaganda und Vertreibung. Die Schau wurde auch zur Gänze vor Ort in der Tabakfabrik konzipiert und gebaut.

Mit den GestalterInnen von „Swing tanzen verboten“ sprechen wir über die Tabakfabrik als Anlaufhafen für kreative AusstellungsdesignerInnen, das revolutionäre Potential von Populärmusik, die innovationsfreudige Aufgeschlossenheit der Zwischenkriegszeit und deren Zerstörung durch die Nazis.

Ein Beitrag von Nina Fuchs

Jingle: Cherry Sunkist

 

Musik (AKM-pflichtig):

Duke Ellington – It dont mean a thing (1943)
The Andrews Sisters – Rum and Coca Cola
The Andrews Sisters – Boogie Woogie Bugle Boy Of Company B
Benny Goodman – Sing Sing Sing (Carnegie Hall 1938)
The Two Jazzers – Bimbambulla (1929)
Leo Fall – Die Dollarprinzessin
Hermann Leopoldi  – An Der Schönen Roten Donau
Richard Tauber – Waltz Song – The Merry Widow – Lippen Schweigen
Billie Holiday – Now They Call It Swing
Hermann Leopoldi  – I’m Just A Quiet Drinker

 

Die nächste “Rauchzeichen”-Sendung wird am Dienstag, 14.09., um 17.00 ausgestrahlt.

 

Swing tanzen verboten

 

 

Letzte Woche ist das neue Projekt DACHMARKE* erstmals an die Öffentlichkeit gegangen. Auf den Dächern von Musiktheater, Ars Electronica Center und Brucknerhaus wurden insgesamt 9 Bienenvölker angesiedelt. Honig gilt als eines der reinsten Lebensmittel überhaupt, das trifft noch mehr auf den Stadthonig zu. Denn der Blütennektar ist von Feinstaub unbelastet, und die Biene selbst ist ein perfektes Filtersystem. Nur das Beste und Reinste kommt in den Honig – schließlich dient die köstliche Süßigkeit der Aufzucht der nächsten Bienengeneration.

Einer der Köpfe hinter dem Projekt ist der Tabakfabrik-Pionier Rainer Kargel, der seit Anfang des Jahres im Coworking Space Axis beheimatet ist.

“Uns war es von Anfang an wichtig, die Imkerei von ihrem Dornröschenschlaf zu befreien, frischen Wind in die Honigproduktion und die Honiggewinnung vor den Vorhang zu bringen.”

— Rainer Kargel

Rainer Kargel beim Schleudern des Honigs. Foto: Florian Voggeneder

Rainer Kargel beim Schleudern des Honigs. Foto: Florian Voggeneder

Die Beute des heurigen Honigjahres wurde dank dem flexiblen Raumangebot kurzerhand in der Tabakfabrik geschleudert. Ein eigener Stock wird im Jahr 2015 bei uns folgen.

„Trends wie Urban Gardening und Urban Beekeeping zeigen, dass sich immer mehr StädterInnen mit Umweltthemen auseinandersetzen. Die Tabakfabrik Linz als Labor der Zukunftserforschung unterstützt daher genau solche Projekte.“

Thomas Diesenreiter, Leitung Kommunikation und Entwicklung der TFL.

Foto: Florian Voggeneder

Foto: Florian Voggeneder

Alle Informationen zu diesem spannenden Projekt findet man unter http://dachmarke.com

Foto: Florian Voggeneder

Foto: Florian Voggeneder

Als in der Tabakfabrik Linz einst noch Rauchwaren produziert wurden, brauchte die dafür vorgesehene Reinigungskraft ein ganzes Jahr, um alle Fenster der Industrieanlage zu putzen. Heute liegt das Wohl des gigantischen, denkmalgeschützten Areals mit einer überdachten Nutzfläche von rund 80.000 m² in den Händen einer fünfköpfigen Abteilung, des Facility Managements.

Ein Teil dieses Teams wurde von den Austria Tabakwerken Linz übernommen, da sonst niemand das komplexe Zusammenspiel der verschiedenen technischen Systeme in seiner Gesamtheit versteht.

Mit den erfahrenen Gebäudetechnikern begeben wir uns auf einen akustischen Streifzug durch die Vergangenheit und Gegenwart der Tabakfabrik Linz, dringen in die entferntesten Winkel des Areals vor und sprechen über ihre außergewöhnliche Arbeit, die Raffinessen der Industriearchitektur, die einstige Betriebskultur, die Folgen der Privatisierung und die aktuellen Entwicklungsschritte in der Revitalisierung und Neugestaltung des Baujuwels von Weltrang.

Ein Beitrag von Nina Fuchs

Jingle: Cherry Sunkist

Musik: Peter Lang | Yo La Lango (AKM-pflichtige Musik)

Bei der zweiten Sendung von Tabakfabrik TV nahm die Linzer Designer und Pionierin der Tabakfabrik Magdalena Reiter auf dem Gastsessel Platz.

TTV2 Screenshot Magdalena Reiter Christian Diabl

Sie sprach mit Host Christian Diabl über Offenheit in Theorie und Praxis. Ein Thema, mit dem sie sich in ihrer Arbeit für die CREATIVE REGION Linz & Upper Austria, der Initiative OPEN COMMONS_LINZ und der Open Knowledge Foundation beschäftigt. In den vergangenen Jahren konnte sie sich besonders im Bereich Open Design einen Namen machen, etwa mit dem Projekt Familie Binder oder als Autorin des Booklets “Open Design – Wirtschaften mit freien Produkten”:

Mehr zu Magdalena Reiter findet ihr auf ihrer Homepage www.magdalenareiter.at und auf ihrem Blog www.makedesignopen.com

Die ganze Sendung gibt natürlich wieder zum Nachsehen im Dorf TV Archiv:

Tutanchamun verabschiedet sich aus Linz und zieht weiter nach Bratislava

Wegen der sehr großen Nachfrage hat der Pharao Tutanchamun nach der regulären Spielzeit bis Ende Juni nochmals für kurze Zeit die Pforten zu seinem berühmten Grab in der Tabakfabrik Linz geöffnet. An fünf weiteren Tagen konnten die Grabkammern und die faszinierenden Schätze bestaunt werden. Nun verabschiedet sich Tutanchamun aus der Stadt und zieht weiter.

Rund 100.000 Besucher haben die Ausstellung in Linz gesehen. Chris Müller, Direktor für Entwicklung, Gestaltung und künstlerische Agenden der Tabakfabrik Linz, freut sich: „Die Ausstellung „Tutanchamun – Sein Grab und die Schätze“ war auf allen Ebenen ein Riesenerfolg und hat einmal mehr demonstriert, wie perfekt unsere weitläufigen Hallen für imposante Großausstellungen geeignet sind. Dementsprechend begeistert waren die Besucher und Besucherinnen. Ich freue mich sehr über den gewaltigen Andrang und die tolle Zusammenarbeit mit dem COFO Concertbüro und Semmel Concerts. Und so viel sei schon verraten: In Zukunft wird eine neue, spektakuläre Großausstellung in der Tabakfabrik Linz für Furore sorgen!“.

Foto: Chris Müller

Foto: Chris Müller

Nun zieht der berühmte Pharao weiter nach Bratislava, dort wird die Ausstellung am 15. August eröffnet und wieder Tausende Besucher begeistern. Auf www.tut-ausstellung.com werden alle weiteren Städte bekannt gegeben, die Tickets für die nächste Station Bratislava sind in Kürze bei ÖTicket erhältlich.

Eine Produktion von Pressekontakt Linz
SEMMEL CONCERTS GMBH COFO Concertbüro Oliver Forster GmbH & Co. KG

Foto: A.-M. v. Sarosdy / Semmel Concerts GmbH

Foto: A.-M. v. Sarosdy / Semmel Concerts GmbH

 

Sanfte Revolte im Zeltbau!

Gentletent möchte der Mühsal beim Zeltaufbau ein Ende bereiten. Das österreichische StartUp präsentiert neuartige Airtents für den Anbau an Autos und Busse. Gentletents bauen sich wie von selbst auf, auch Design und Multifunktionalität setzen neue Maßstäbe im Zeltbau.

Nach nur einem Jahr Entwicklungsarbeit konnte Gentletent seine beiden Airtents Gentletent Classic und Gentletent Small bei der internationalen Leitmesse in Friedrichshafen erfolgreich präsentieren.

Ein Hauptgrund für das große Interesse ist die einzigartige Formgebung. Entrepeneur Gernot Rammer: „Wir unterscheiden uns in vielen Punkten von der Konkurrenz. Der wichtigste Unterschied ist unser Design- und Gestaltungsansatz. Wir kommen aus der Architektur und Kunst und sind die ersten, die dem Zelt eine architekturhafte Anmutung geben“. Mitgründer Haller ergänzt: „Wir sind die ersten, die bei Airtents gerade Trägersysteme anstatt der Traditionellen Igluformen realisiert haben. Wir wollten, dass unsere Kunden die Architektur der Zelte spüren, und sich in den Zelträumen zu hause fühlen. Daher auch unser Slogan „coming home“.

Foto: Gentletent

Foto: Gentletent

Am Anfang stand die Idee ein Anbauzelt für Autos und Busse zu entwickeln, das den Kofferraum von Fahrzeugen direkt zugänglich macht. Diese Symbiose von Auto und Zelt kann nicht nur bei Campingaktivitäten, sondern auch für gewerbliche Zwecke genützt werden. Rammer: „Unser Konzept ist extrem variabel. Das Gentletent Classic eignet sich hervorragend für Campingaktivitäten, kann aber genau so gut als Partyzelt oder Marktstand eingesetzt werden“. Je nach Anwendung bietet Gentletent eine Reihe von Zusatzmodulen. Die Basisausstattung bietet ein komfortables Vordach für jede Art von Fahrzeugen. Bei Bedarf kann das Zelt aber auch vollständig geschlossen, und mit Zeltboden oder Schlafkabine ausgestattet werden.

Foto Gentletent

Foto Gentletent

Der erste Messeauftritt hat gezeigt, dass es derzeit kein ähnliches Produkt am Markt gibt. Anfragen kamen nicht nur vom Outdoorhandel, sondern aus unterschiedlichen Gewerbebereichen. Von der Gastronomie und Hotellerie, bis zu Eventveranstaltern oder Messebauern. „Unser Zeltsystem ist sehr leicht zu bedienen, wiegt vergleichsweise wenig und besticht mit seinem aufregenden Design. Das ist auch für Unternehmen, die Waren präsentieren, oder über Produkte informieren wollen, sehr interessant.

Neben dem multifunktionellen Gentletent Classic präsentieren die Gründer auch ein kleineres, noch leichteres Airtent. Rammer: „Das Gentletent Small stellt sich in zwei Minuten von selbst auf. Wir haben das Zelt für Menschen entwickelt, die mit dem Auto unterwegs sind, und ohne Mühe ein Schlafzelt aufstellen wollen. So wird auch ein kleiner PKW zum praktischen Reisemobil für Sportler, Familien oder Geschäftsreisende.

Foto: Gentletent

Foto: Gentletent

Die Prototypen wurden in der Linzer Tabakfabrik entwickelt. Die Gründer schätzen die kreative Atmosphäre der Tabakfabrik. Jürgen Haller: „Wir fühlen uns hier als Gründer willkommen, und profitieren vom Netzwerk und den Kooperationsmöglichkeiten“. Das Management der Tabakfabrik hat spontan die notwendige Infrastruktur zur Verfügung gestellt. Markus Eidenberger, kaufmännischer Direktor der Tabakfabrik Linz: „Gentletent passt als junges dynamisches und ambitioniertes Unternehmen perfekt zur Philosophie der Tabakfabrik. Wir wollen sozialen und ökonomischen Zukunftsmodellen hier einen Raum zur Entfaltung bieten. Genau das sehen wir in der Zusammenarbeit mit Gentletent verwirklicht“.

Aktuell arbeitet Gentletent an der Überleitung zur Serienproduktion. Ein erster wichtiger Meilenstein für die Finanzierung der Markteinführung war eine erfolgreiche Einreichung bei der AWS (Austria Wirtschaftsservice). Rammer: „Wir haben die international besetzte Jury des Innovationsförderprogrammes „Impulse XL“ von unserem Konzept überzeugt. Damit stehen uns rund 200.000 Euro an Entwicklungskapital zur Verfügung“. Weitere Finanzmittel sollen nun über eine Crowdfunding Kampagne gewonnen werden. Unterstützt wird Gentletent dabei von der ebenfalls in der Tabakfabrik angesiedelten „CREATIVE REGION LINZ & UPPER AUSTRIA GMBH“.

Auch für den Einstieg von Investoren ist Gentletent offen. Rammer: „Leider ist die Finanzierung von Gründungsvorhaben derzeit über Banken so gut wie unmöglich. Wir sind froh, dass es Privatinvestoren und alternative Finanzierungsinstrumente wie Crowdfunding gibt“.

Ab Februar 2015 sollen die ersten Vorbestellungen ausgeliefert werden. Die Unternehmer wollen gegen den Trend, in Europa fertigen: „Wir sehen, dass es viele Kunden in Europa gibt, denen „made in Europe“ wichtig ist. Dazu kommt, dass wir bei Qualität und Flexibilität erhebliche Vorteile für eine Europäische Lösung sehen“ so Jürgen Haller.

Ein Gentletent Classic soll im Handel 1.200,- Euro kosten. Das kleinere Gentletent Small soll ab 884,- Euro erhältlich sein. Für Businesskunden bietet Gentletent Sonderlösungen wie zum Beispiel das Branden der Zelte.

 

Informationen zu Gentletent:

www.facebook.com/gentletent
www.gentletent.com

Rückfragen an:
CEO Gernot Rammer
+43 699 110 74 191

Zur Halbzeit des Jahres 2014 kann die Tabakfabrik Linz eine äußerst positive Bilanz ziehen.

„Der nun zum Halbjahr vorliegende Jahresabschluss 2013 zeigt, dass es ohne eine Steigerung der Ausgaben gelungen ist, sowohl den Umsatz zu erhöhen, als auch die Besiedelung und Revitalisierung des 80.000 m² großen Areals voranzutreiben. In Zahlen ausgedrückt konnte die Tabakfabrik 2013 um rund 50.000 € besser abschließen als geplant“, so Markus Eidenberger, kaufmännischer Direktor der Tabakfabrik Linz.

Diese erfreuliche Entwicklung ist neben einer guten Finanzgebarung und der effizienten Umsetzung von Gestaltungs-, Renovierungs- und Instandhaltungsmaßnahmen auch den Erlösen im Eventbereich geschuldet. Im Jahr 2013 besuchten mehr als 170.000 Menschen die facettenreichen Veranstaltungsformate der Tabakfabrik Linz. Und in der ersten Hälfte des Jahres 2014 haben die Publikumszahlen – nicht zuletzt auch aufgrund der höchst erfolgreichen Tutanchamun-Schau – bereits die 100.000-Marke überschritten. Seit ihrer Übernahme durch die Stadt Linz verzeichnet die Tabakfabrik aktuell rund 560.000 BesucherInnen. Mit insgesamt 250.000 Gästen erfreuten sich die Ausstellungen, Kongresse und Produktpräsentationen in den großzügigen Räumlichkeiten des Brandlands beachtlichen Zuspruchs, wobei die drei Großausstellungen „Porsche – Design, Mythos, Innovation”, „Die Terrakotta-Armee“ und „Tutanchamun – Sein Grab und die Schätze“ eine besonders starke Anziehungskraft entfaltet haben.

Foto: Chris Sennlaub

Foto: Chris Sennlaub

Auch der Ausblick in das zweite Halbjahr 2014 gestaltet sich verheißungsvoll und bietet mit mehreren großen Produktionen des Internationalen Brucknerfests, der „WearFair & mehr“ Messe, der „GameStage Expo“, dem „Kunst- und Designmarkt“, der „Wildstyle & Tattoo Messe“ und dem ertragreichen Weihnachtsgeschäft zahlreiche Publikumsmagneten.

Foto: Andrea Zehetner

Foto: Andrea Zehetner

Der nächste große Schritt in der Revitalisierung und Besiedelung des Areals steht nun mit dem Einzug des Modezweigs der Kunstuniversität Linz an, der bisher in Form einer Expositur im Wiener Schloss Hetzendorf untergebracht war. Mit dem Umzug geht auch eine inhaltliche Neuausrichtung des Studiengangs einher, der unter dem Titel „Fashion, Design, Technology“ vielfache Synergieeffekte mit den bereits in der Tabakfabrik angesiedelten Betrieben, Initiativen und EPUs im Umfeld der kulturellen und kreativen Industrien verspricht. „Schon im Sommersemester des nächsten Jahres startet der Universitätsbetrieb in der Tabakfabrik, der langfristig im Vollausbau auf 1.800 m² rund 100 jungen ModedesignerInnen aus dem In- und Ausland einen Studienplatz bieten und das Areal mit innovativen Ideen und frischem Leben erfüllen wird. Damit ist ein weiterer Meilenstein in der Neugestaltung des Areals als interdisziplinäre, neoindustrielle Produktionsstätte und kollaborativer Konzern gesetzt“, so Chris Müller, Direktor für Entwicklung, Gestaltung und künstlerische Agenden der Tabakfabrik Linz.

Dann werden mit über 400 Personen, die in rund 70 verschiedenen Firmen oder Einrichtungen organisiert sind, bereits um einiges mehr Menschen in der Tabakfabrik Linz arbeiten als bei ihrer Schließung im Jahr 2009.

Foto: Archipicture

Foto: Archipicture

In der Tabakfabrik Linz arbeiten heute bereits wieder rund 300 Personen und damit mehr Menschen als bei ihrer Schließung im Jahr 2009. Sie alle formen gemeinsam eine „Smart Factory“ im Bereich der kulturellen und kreativen Industrien, die der fundamentalen Veränderung unserer Berufswelt – von der Industriegesellschaft zur Kreativ- und Wissensökonomie – Rechnung trägt. Doch gerade Ein-Personen-Unternehmen, Mikrobetriebe und freiberufliche Mitarbeiter größerer Agenturen im Umfeld der Kreativbranche sind zumeist ganz anderen Belastungen ausgesetzt als klassische Angestellte.  Stichwort Einzelkämpfer oder Ich-AG, großer Leistungs- und Konkurrenzdruck, atypische und unregelmäßige Beschäftigungsverhältnisse mit geringer sozialer Absicherung, Kreativitätszwang und höhere finanzielle Risiken. Um dennoch gesunde Arbeitswelten bieten zu können, braucht es deshalb innovative Konzepte im Bereich der Gesundheitsvorsorge, die ein flexibles Reagieren auf geänderte Bedürfnisse erlauben.

Foto: Florian Voggeneder

Foto: Florian Voggeneder

Deshalb hat sich nun der Verein für prophylaktische Gesundheitsarbeit PGA, der sich als Österreichs größter Gesundheitsverein mit Sitz in Linz für die Chancengleichheit auf Lebensqualität einsetzt, in der Tabakfabrik angesiedelt. – Um maßgeschneiderte Programme für kreative Geister zu konzipieren. Im Zentrum steht dabei die ganzheitliche Förderung der Gesundheit. Neben klassischen Entspannungsangeboten, Ernährungsworkshops und Sport werden so in der Tabakfabrik unter dem Motto “PGA Körper.schafft” auch Kommunikationstraining, Berufs- oder Persönlichkeitscoachings und Meditation angeboten.

“Wir haben uns im Vorfeld in Form von Umfragen ganz genau angesehen, welche Firmenstrukturen es in der Tabakfabrik gibt und bemerkt, dass sehr unterschiedliche Arbeitsverhältnisse existieren. Deshalb wäre ein klassisches betriebliches Gesundheitsvorsorgeprojekt hier kaum realisierbar. Aus diesem Grund haben wir ein flexibles Angebot entwickelt, das für alle leistbar sein soll, auch für jene, die sich in prekären Arbeitsverhältnissen befinden. Denn Gesundheit darf kein Privileg sein, Gesundheit ist ein Grundrecht”, sagt Dr. Maria Dietrich, Leiterin des Projekts “PGA Körper.schafft” in der Tabakfabrik.

Foto: Florian Voggeneder

Foto: Florian Voggeneder

Ziel ist auch, einen gesunden Nährboden zu schaffen, auf dem Kreativität, das kostbarste Gut der am Areal angesiedelten Betriebe und EPUs, sprießen kann. “Gesundheitsvorsorge im Betrieb ist mehr als nur ein Obstkorb – gerade in der Kreativbranche, wo der sprichwörtliche one apple a day meist das MacBook ist”, bringt es Maria Dietrich auf den Punkt.

„Als in der Tabakfabrik Linz noch Rauchwaren die Rampe verließen, war die Betriebskultur Vorzeigemodell mit zahlreichen Sozialleistungen, einem Betriebssportverein und Gemeinschaftsfesten. Dieser Geist soll wieder aufleben, angepasst an die Herausforderungen neuer Arbeitswelten und Produktionsverhältnisse“, ergänzt Chris Müller, Direktor der Tabakfabrik Linz.

Für die gesundheitsfördernden Programme des PGA in der Tabakfabrik wurden zwei außergewöhnliche Räume geschaffen, deren Gestaltungskonzept Maria Dietrich und Chris Müller entwickelt haben. –  Auf virtuose Weise umgesetzt vom Techniker-Team der Tabakfabrik.

 

PGArena

Mit der “PGArena” entstand eine Miniatur‐Sportarena, die mit der Geschichte des Raumes spielt. Wo früher Zigaretten mit dem Stapler verladen wurden, sind die Paletten heute an die Wand montiert und von Efeu bewachsen. Im Lastenaufzug ein Spinningrad, über der Starkstromleitung eine in Bauplatten gefasste Trainerbank, der ganze Raum mit grünem Rasen ausgelegt. Die PGArena bietet Platz, um bei Sportprogrammen die Muskeln spielen und oder bei Seminaren die Köpfe rauchen zu lassen. Zwischen Schultafel, Trainerbank, Springböcken und Kettlebells sprießt Wohlbefinden auf der grünen Wiese.

Foto: Florian Voggeneder

Foto: Florian Voggeneder

 

MEAT LOVE

Im Raum “MEAT LOVE” dreht sich, wie der Name schon nahe legt, alles um die Liebe zum Fleisch. Gehetzte Arbeitstiere und Bürohengste verschwinden dort in einer Kuschelhöhle, eingebettet zwischen weichem Fell an den Wänden und wärmenden Lampen. Ein idealer Ort, um bei Massagen und Entspannungsübungen die Seele baumeln zu lassen und sich eine Auszeit vom stressreichen Alltag zu gönnen.

Foto: Florian Voggeneder

Foto: Florian Voggeneder

Sofern die neuen Räume des PGA in der Tabakfabrik gerade nicht belegt sind, können sie auch für Gesundheits- oder Sportveranstaltungen gebucht werden.

Foto: Florian Voggeneder

Foto: Florian Voggeneder

Koordinator vor Ort ist der Gesundheitsreferee und Trainer Rüdiger Mayr, der in Abstimmung mit den Mieterinnen und Mietern der Tabakfabrik, sowie externen Interessierten verschiedene Programmschienen ausklügelt. “Gesundheit soll auch am Arbeitsplatz einen hohen Stellenwert haben. – Angebote wie etwa der “Lunch Break Workout” finden in der Mittagspause statt und beinhalten eine Mixtur aus Kraft- und Ausdauerübungen. Und während sich in den späten Nachmittagsstunden der Verkehr auf der Straße verdichtet, starten wir mit unserem Feierabendstaulauf”.  Wir nutzen die Zeit, bis sich der Verkehr auflöst, zum Lauftraining. – Um dann entspannt und ohne Stau in den Feierabend zu gehen.”

Auf vielfältige Weise unterstützt die “PGA Körper.schafft” in der Tabakfabrik also die volle Entfaltung von Kreativität und Talenten. Egal ob in Form von individuellen Exklusiv-Angeboten oder firmenübergreifenden Kursen.

“Auch wenn eine Person, die zum Beispiel als klassische Ich-AG arbeitet, in der Tabakfabrik nur einen kleinen Raum gemietet hat, steht  ihr dennoch ein ganzes Raumuniversum – wie in einem Großkonzern – zur Verfügung. Die Tabakfabrik Linz bietet Service in allen Lebenslagen, und das ist etwas Einzigartiges”, so Chris Müller.

Foto: Florian Voggeneder

Foto: Florian Voggeneder

 

 

 

 

 

 

“Ich sehe wunderbare Dinge!” Diesen berühmten Satz soll der britische Archäologe Howard Carter im November des Jahres 1922 gesagt haben, als er seine flackernde Kerze in die Vorkammer des Grabes von Pharao Tutanchamun hielt und damit eine sensationelle Entdeckung machte, die auch heute, mehr als 90 Jahre später, nichts von ihrer Faszination eingebüßt hat.

 

Foto: Chris Müller

Foto: Chris Müller

 

80.000 BesucherInnen sahen diese “wunderbaren Dinge” nun in der Tabakfabrik Linz, wo der legendenumwobene Grabschatz von Tutanchamun in seiner originalen Fundsituation nachgebildet wurde, so wie Howard Carter ihn einst erblickt hat.  Die Erfolgsausstellung “Tutanchamun – Sein Grab und die Schätze” präsentiert die Jahrhundertentdeckung in einem monumentalen Gesamtzusammenhang mit rund 1.000 Objekten, Grafiken, Filmen und Bildern auf einer Fläche von 2.500 Quadratmetern.

Begeistert von den spektakulären Hallen mit einer Raumhöhe von bis zu 14 Metern, veranstaltet die deutsche Agentur “Semmel Concerts GmbH” in Kooperation mit der “COFO Concertbüro Oliver Forster GmbH” bereits die zweite große Wanderausstellung in der Tabakfabrik Linz. Und aufgrund des ungebrochenen BesucherInnenandrangs hat man sich nun entschlossen, im Juli zusätzliche Sonderöffnungstage anzubieten. “Wegen der sehr großen Nachfrage öffnet Pharao Tutanchamun nochmals für kurze Zeit die Pforten zu seinem berühmten Grab. Vom 23. bis 27. Juli 2014 gibt er eine Zugabe in der Tabakfabrik.” so Oliver Forster.

 

Foto: Chris Sennlaub

Foto: Chris Sennlaub

 

Diese sehr große Nachfrage manifestierte sich häufig langen Warteschlangen, die oft weit entfernt vom Eingang der Tabakfabrik begannen und sich über den gesamten Parkplatz bis zur Straße zogen. Um einen derartigen Gästeansturm gut bewältigen zu können, brauchte es ein erstklassiges und motiviertes Team an AusstellungsbetreuerInnen.

 

Foto: Chris Sennlaub

Foto: Chris Sennlaub

 

„Die Arbeit als Schlangenbeschwörer hat mir großen Spaß gemacht, weil der Kontakt mit vielen verschiedenen Menschen für mich das Schönste an meinem Beruf ist”, sagt der Eventmanager Alf Günter Hähnel. Zu einem besonders interessanten Erlebnis während der knapp viermonatigen Laufzeit der Ausstellung zählte für ihn der Besuch einer renommierten Ägyptologin: “Sie war am Anfang skeptisch, da es sich bei den Exponaten ja um Repliken handelt, doch am Ende wollte sie gar nicht mehr gehen. Sie erzählte mir, sie sei bereits 40 Mal mit Studierenden in Kairo gewesen, aber hier in dieser Tutanchamun-Schau habe sie Dinge entdeckt, die sie in Ägypten nicht sehen konnte. Sie war restlos begeistert.”

Auch die Ausstellungsbetreuerin Sabine Heilmann hat an der Ticketkassa viel erlebt. “Einmal stand eine sehr alte Frau vor mir und als sie in ihre Geldbörse griff, um die Eintrittskarte zu bezahlen, merkte sie, dass sie zwei Euro zu wenig eingesteckt hatte. Weil die betagte Dame so liebenswürdig war, habe ich die beiden Euro für sie bezahlt. Und als sie mit glänzenden Augen und sichtlich fasziniert aus der Ausstellung kam und sich unzählige Male bei mir bedankt hat, war das ein sehr schönes Gefühl für mich.”
 
Foto: Chris Sennlaub

Foto: Chris Sennlaub

 

Das Ende der regulären Laufzeit der Tutanchamun Schau sehen die AusstellungsvermittlerInnen daher trotz so mancher Stresssituation auch mit einem weinenden Auge. „Ich muss ganz ehrlich sagen, wir sind jetzt schon traurig, dass die Ausstellung vorbei ist“, fasst Alf Günter Hähnel die Stimmung im Team zusammen. Trost dürfte allerdings die Tatsache spenden, dass die publikumswirksame Touring Exhibition in der Tabakfabrik Linz Ende Juli für fünf Tage erneut ihre Pforten öffnet. Am Freitag, 25.07.2014  und Samstag, 26.07.2014. empfängt der prominente Pharao seine BesucherInnen übrigens sogar bis Mitternacht.

 

Foto: Florian Voggeneder

Foto: Florian Voggeneder