Aufbruch nach A-Laska

Bildcredit: Architekt Helmut Siegel

Tabakfabrik Linz öffnet sich in Richtung Hafenviertel

Die einst völlig von ihrer Umgebung abgeschottete Tabakfabrik Linz öffnet sich in alle Himmelsrichtungen. Diese historische Entscheidung im Aufsichtsrat der Immobilien Linz GmbH & Co KG ist ein Durchbruch für die Aufwertung und Belebung des gesamten Stadtteils. Mit der einmaligen Chance, den atmosphärischen Innenhof der Tabakfabrik auch über die östlich angrenzende Holzstraße zugänglich zu machen, rückt die Innenstadt näher an das aufstrebende Hafenviertel – und das Leben in Linz näher an die Donau.

Ermöglicht wird der neue Zugang zur Tabakfabrik im Osten durch die gute Zusammenarbeit mit dem benachbarten Familienunternehmen Laska. Nach Abschluss der Detailplanung soll bereits im Frühjahr 2017 mit der Umsetzung des gemeinsamen Bauvorhabens begonnen werden. Exklusive erste Einblicke in das zukünftige Erscheinungsbild der neuen Ein- und Durchgangssituation im Osten der Tabakfabrik Linz eröffnen die brandaktuellen Visualisierungen des für Laska tätigen Architekten Helmut Siegel.

„Mit dem aktuellen Neubauprojekt im Westen und der Durchörterung im Osten des Areals sind nun sämtliche Voraussetzungen geschaffen, damit die Tabakfabrik als Leuchtturmprojekt in alle Himmelsrichtungen ausstrahlen kann. Ihrer Öffnung in Richtung der östlichen Gewerbegebiete kommt eine besondere strategische Bedeutung zu: Als Flaggschiff für die Neugestaltung des Linzer Hafens steuert die Tabakfabrik den Zustrom und die Anziehungskraft des gesamten Viertels, das zu den derzeit spannendsten Entwicklungsgebieten der Stadtplanung zählt“, sagt Bürgermeister Klaus Luger, Aufsichtsratsvorsitzender der Tabakfabrik Linz.

„Der einstimmige Beschluss zur Öffnung der Tabakfabrik ist für mich als Sohn einer Bergarbeiterfamilie das, was man im Tunnelbau den Durchstich nennt. Ein stadtentwicklerischer Durchbruch im wahrsten Sinne des Wortes, durch den die Tabakfabrik als urbane Rohstoffmine wie ein Motor für die Aufwertung der östlichen Industrieregionen wirkt. Zu Tage gefördert werden Schätze, die als Erkenntnisse, Visionen oder Innovationen gehandelt werden und sich durch Förderung vermehren, anstatt durch Abbau zu schrumpfen. Die Zusammenarbeit mit dem Nachbarunternehmen Laska zeigt, dass man selbst in immer komplexer anmutenden Zeiten Großes bewegen kann, um eine Stadt zu dynamisieren und ihre Lebensqualität zu erhöhen“, sagt Chris Müller, Direktor für Entwicklung, Gestaltung und künstlerische Agenden der Tabakfabrik Linz.

Den Grundstein für das Nachbarschaftsprojekt mit öffentlichem Mehrwert setzte akute Platznot. Die Errichtung einer neuen Halle für den Traditionsbetrieb Laska direkt an der Grundstücksgrenze zur Tabakfabrik sollte den zusätzlichen Flächenbedarf decken – und hätte der innerstädtischen Öffnung gen Osten buchstäblich einen Riegel vorgeschoben.

Um anstelle einer Zementierung bestehender Trennlinien baulich Verbindendes zu schaffen, wurde ein Neugestaltungskonzept in Form eines Flächenabtauschs entwickelt, das sowohl für die Firma Laska, als auch für die Revitalisierung der Tabakfabrik und das urbane Gefüge von Linz zahlreiche Vorteile bietet.

Bildcredit: Architekt Helmut Siegel

„Die Öffnung der Tabakfabrik ist ein weiterer wichtiger Impulsgeber für die Gestaltung einer neuen städtischen Lebens- und Verkehrsader abseits der Landstraße, die entlang der Donau in den Linzer Hafen mündet. Die verstärkte Nutzung dieses aufstrebenden Viertels für Freizeitaktivitäten steht und fällt mit seiner guten infrastrukturellen Erschließung. Dass es dafür mitunter keine großen Investitionen braucht, sondern kreative Lösungen und ein gutes Nachbarschaftsverhältnis, demonstriert die gelungene Zusammenarbeit zwischen der Tabakfabrik und dem Traditionsunternehmen Laska“, sagt Stadtrat Markus Hein, Aufsichtsratsvorsitzender der Immobilien Linz GmbH.

„Ich freue mich, dass es uns gelungen ist, eine Win-Win-Situation zu schaffen und eine Vereinbarung zu treffen, von der nicht nur beide Seiten größtmöglich profitieren, sondern auch ein gesellschaftlicher Mehrwert an städtischer Lebensqualität entsteht. Gleichzeitig sind die wechselseitigen Rechte so bemessen, dass in beide Richtungen kein Geld fließt“, sagt Markus Eidenberger, kaufmännischer Direktor der Tabakfabrik Linz und Geschäftsführer der Immobilien Linz GmbH und Co KG.

„Die Gründergeist-Atmosphäre, die heute das Leben und Arbeiten in der Tabakfabrik Linz bestimmt, ist für Laska eine große Bereicherung. Auch als traditionsreicher Familienbetrieb muss man sich ständig verändern, durch Innovationen neue Nischen besetzen und dem aktuellen Zeitgeist Rechnung tragen. Die erfreuliche Kooperation mit der Tabakfabrik bedeutet einen Durchbruch für alle Beteiligten, der sich auch positiv auf die Entwicklung des gesamten Viertels auswirken wird. Unsere Visualisierungen zeigen, wie sich der an Laska angrenzende, bislang kaum genutzte Teil des Tabakfabrik-Areals in einen großzügigen, einladenden Entréebereich verwandelt, der als neuer Eingang zum Innenhof des Industriejuwels für zusätzliche Frequenz sorgen wird“, sagt Herbert Laska.

Bildcredit: Architekt Helmut Siegel

Als Abgleich für den Verlust an Nutzfläche, der sich für Laska durch den Verzicht auf einen Neubau ergibt, bietet sich ein Teil des sogenannten Magazins 1 der Tabakfabrik Linz an. Teile von drei Geschossen im östlichen Teil dieses direkt neben dem Firmensitz von Laska gelegenen Magazins entsprechen fast exakt dem Bebauungspotential, auf das die Firma Laska verzichtet.

Als Eigentümerin der Tabakfabrik gewährt die Immobilien Linz GmbH & Co KG der Familie Laska und ihren Nachkommen bis in die dritte Generation (maximal 90 Jahre) ein grundbücherlich eingetragenes Fruchtgenussrecht auf die rund 650 m² große Fläche im Magazin 1. Im Gegenzug räumen die Eigentümer von Laska der Tabakfabrik Entwicklungs- und Betriebsgesellschaft ein grundbücherliches Geh- und Fahrtenrecht über ihre Liegenschaft ein, das auch öffentliche Nutzungen umfasst und erstmals eine Verbindung zwischen dem Areal der Tabakfabrik und der Holzstraße ermöglicht. Gleichzeitig verpflichtet sich das Unternehmen Laska zum Abbruch der bestehenden Bebauung im Bereich dieses Verbindungsstücks auf eigene Kosten.

Bildcredit: Architekt Helmut Siegel

Neben der Sanierung und Instandhaltung der Räumlichkeiten im Magazin 1 finanziert die Firma Laska auch die Errichtung einer Verbindungsbrücke zwischen dem Magazin der Tabakfabrik und ihren eigenen Bestandsgebäuden. Diese Brücke macht eine Nutzung des östlichen Magazins, das keinen gängigen sicherheitstechnischen Normen entspricht, überhaupt erst möglich. Anstelle der mit erheblichem Aufwand verbundenen Errichtung eines zusätzlich benötigten Fluchtstiegenhauses kann über die Verbindungsbrücke entfluchtet werden.

Bildcredit: Architekt Helmut Siegel

Die Öffnung Richtung Osten ebnet auch den Weg für die Wiederherstellung der Tabakfabrik in ihrem Urzustand gemäß den Auflagen des Bundesdenkmalamts. Die Wiederherstellung dieses Urzustands bedingt die Entfernung der später errichteten und nicht denkmalgeschützten Zwischenmagazine. Dadurch entstehen zwischen den architektonisch bedeutsamen Magazinen von Peter Behrens großzügige Durchgänge. Gleichzeitig erhalten die zum Großteil fensterlosen Magazine aus den 1930er Jahren auch im rückwärtigen Teil Tageslicht, können als Büros, Ateliers oder Werkstätten vermietet werden und erfahren eine erhebliche Wertsteigerung.

Die Attraktivierung und öffentliche Nutzung dieser bis dato unzugänglichen Fläche stellt wichtige Weichen für die Stadtentwicklung – als Scharnier für die Ausdehnung des Stadtzentrums Richtung Osten, für die Neuausrichtung des Hafens als Freizeitoase und für die Weiterentwicklung der Tabakfabrik als Hotspot der kreativen Industrien.

Als langjähriger Nachbar sagt Herbert Laska zur Neugestaltung der Tabakfabrik Linz: „Die Tabakfabrik ist für mich heute ein Ort, wo nach der plötzlichen „Rauch-Pause“ neuerdings wieder Rauch aufsteigt. Kein Zigarettenrauch, sondern eine neue Art von Rauch. Und obwohl heutzutage ja kaum noch jemand Rauchzeichen lesen und verstehen kann, spricht es sich doch herum, dass in der denkmalgeschützten Tabakfabrik nun bei vielen Kreativen und wichtigen Machern die Köpfe rauchen, um eine neue, erträgliche Zukunft zu entwickeln.“

Bildcredit: Architekt Helmut Siegel

 

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