Ars Electronica 2021 x Tabakfabrik

Hanneke Wetzer, Špela Petrič (SI)

Von 8. bis 12. September 2021 findet die Ars Electronica, das Festival für Kunst, Technologie und Gesellschaft, als hybrides Event vor Ort in Linz und online in 86 Ars Electronica Gardens rund um den Globus statt. Unter dem Thema „A New Digital Deal“ stellt sie die Frage nach unseren Handlungsmöglichkeiten, -spielräumen und -fähigkeiten in der digitalen Welt, um einen neuen Umgang mit den großen Herausforderungen unserer Zeit auf Schiene zu bringen. Wie das gehen könnte, zeigen hunderte Künstler:innen, Wissenschaftler:innen und Aktivist:innen – darunter auch zahlreiche Mieter:innen der Tabakfabrik!

Creative Region: RE-THINK Fashion Garden

Re-FREAM Ausstellung im Rahmen des Ars Electronica Festival 2021

Das Forschungsprojekt Re-FREAM eruiert die Interaktion zwischen den Bereichen Mode, Design, Wissenschaft, Handwerk und Technologie und bietet einen Raum für kollaboratives Forschen und Schaffen. Über einen Zeitraum von neun Monaten befanden sich hybride Teams bestehend aus Künstler:innen, Wissenschaftler:innen und Technologische*innen auf einer gemeinsamen Forschungs- und Co-Creation-Reise, um gemeinsam an nachhaltigen Lösungen für die Mode der Zukunft zu arbeiten. Dabei kamen etliche leistungsstarke Technologien aus einigen der modernsten Labors der Welt zum Einsatz.

Der Fokus der Forschung liegt auf der Zukunft der urbanen Herstellung von Mode durch den Einsatz von additiver Fertigung (3D-Druck), Elektronik und Textil- und öko-innovativer Veredelung zusammen mit sozialen und ökologischen Werten, um eine neue Wertschöpfungskette für die Modeindustrie zu schaffen.

Der Re-THINK Fashion Garden im Rahmen des Ars Electronica Festivals 2021 zeigt von 8.-12. September die Ergebnisse von sechs Re-FREAM-Projekten und veranschaulicht das Potenzial der Verbindung von Kunst mit Technologie, Handwerk und Wissenschaft. Die ausgestellten Projekte offenbaren eine spekulative Perspektive auf die Mode der Zukunft und eröffnen neue Spielräume für Design, nachhaltige Produktion und eine neue Wertschöpfungskette.

Mit Guillaume Clement, Projektmanager und F&E-Mitarbeiter bei Haratech, ist ein weiterer Tabakfabrikler bei der Ars Electronica involviert: „Ich bin technischer Partner von einigen Re-FREAM-Projekten und werde vor Ort sein, um Fragen zu beantworten.“

// MEET THE ARTISTS

Triff die Artists und Designer:innen des Re-Think Fashion Gardens: Am Freitag, den 10. September hast du die Möglichkeit, die Menschen hinter den Projekten zu treffen, ihnen Fragen zu stellen und dich mit Ihnen über das Thema „New Value Chain for Fashion“ auszutauschen.

  • Freitag, 10. September 2021
  • 10.00 – 12.00 Uhr
  • Re-FREAM Garden, JKU Linz, Bibliothek und Learning Center, 2. Stock

// PANEL: MADE IN YOUR CITY

Eine spekulative Perspektive auf die Mode der Zukunft, nachhaltige Produktion und eine neue Wertschöpfungskette. Re-FREAM Künstler im Gespräch: Im Panel „Made in Your City“ am Donnerstag, den 9. September, diskutieren internationale Künstler:innen, Designer:innen und Expert:innen ihre Perspektiven auf zukünftige Optionen der Bekleidungsproduktion. Sie teilen ihre Erfahrungen mit inklusiven Entwicklungsprozessen, neuen nachhaltigen Materialien und begegneten Chancen urbaner Produktion.

  • Donnerstag, 9. September 2021
  • 17:45 – 18:45 Uhr
  • Online
  • Näheres dazu findest du hier.

Creative Robotics

Die in der Tabakfabrik angesiedelte Forschungseinheit Creative Robotics der Kunstuniversität Linz beschäftigt sich mit Robotik als Schnittstelle zwischen digitaler und physischer Welt und ist mit gleich drei Projekten beim Ars Eletronica Festival vertreten.

// FASCINATION ROBOTIC

Wo lernt ein Roboterhund neue Tricks? Für das Ars Electronica Festival wird im LIT OIC der JKU-Linz eine Training School für den Roboterhund Spot eingerichtet, wo er lernt, mit unterschiedlichen Situationen umzugehen. Hier erlernt Spot jene Fähigkeiten, die er dann am Ars Electronica-Festival zum Besten gibt: Das Erkennen von Gesten und Handzeichen, die Bewältigung von schwerem Terrain sowie die Reaktion auf Hindernisse. Dadurch kann Spot die BesucherInnen autonom durch das Programm des Festivals führen und gibt einen Vorgeschmack auf die Zukunft der Robotik.

Spot, der vierbeinige Roboter von Boston Dynamics © Christian Holzinger

  • Donnerstag, 9.9. – Sonntag, 12.9.
  • jeweils von 10 bis 18 Uhr (Samstag bis 21 Uhr)
  • Mehr Infos dazu gibt’s hier. 

// FESTIVAL UNIVERSITY – Transform Your World

Was braucht es, um tatsächlichen Wandel zu initiieren? Welche Transformation können Studierende für eine bessere Zukunft anstoßen? Die globalen Herausforderungen von morgen erfordern eine neue Herangehensweise – eine, die auf Kreativität und Co-Kreation basiert. Die Festival University, eine gemeinsame Initiative von Ars Electronica und der Johannes Kepler Universität Linz (JKU), lädt Studierende aus der ganzen Welt ein, gemeinsam transformative Strategien zu definieren.

In Vorträgen und Workshops aus den Bereichten Robotik, Brain-Interfaces, Artificial Intelligence, Digitalisierung, Kreislaufwirtschaft oder Energieformen der Zukunft überlegen, planen und entwickeln die Studierenden gemeinsam mit Top-Wissenschaftler:innen aus weltweit führenden Forschungseinrichtungen sowie internationalen Künstler:innen Ideen zur digitalen Transformation. 

Creative Robotics hat für das Format den Workshop „From Kinematics to Conversational Interaction“ entwickelt, bei dem sich die Studierenden anhand von KUKA-Roboterarmen und Spot, dem vierbeinigen Roboter von Boston Dynamics, an das Thema Robotik annähern: Warum und wie programmieren wir Roboter? Welche Interaktionsmöglichkeiten gibt es? Und was haben dir deine Eltern nicht über Roboter erzählt?

 

// WANDERING FACTORY – Prototyping the Future of Local, Cyclic Manufacturing

Die Produktion der Zukunft muss lokal stattfinden und eine Kreislaufwirtschaft aufbauen, nur so kann nachhaltig agiert werden. Das „Wandering Factory“ Projekt geht dabei noch einen Schritt weiter und bringt die Produktion selbst dorthin, wo sie benötigt wird: Sie statten einen Roboterarm mit einem 3D-Druckaufsatz aus und machen ihn mit einer kettengetriebenen Plattform mobil. Vor Ort fertigt die Maschine dann lokal-spezifisch individualisierte Objekte aus rezyklierten Materialien, die von einem Algorithmus an ihre Umgebung angepasst werden. Das entwickelte System entsteht als Proof-of-Concept binnen zwei Monaten im Rahmen einer hoch interdisziplinären Kooperation. Dadurch soll aufgezeigt werden, dass eine mobile, flexible und urbane Fertigung keine reine Zukunftsperspektive ist, sondern in einem kurzen Zeitrahmen, unter Verwendung von am Markt verfügbaren Produkten prototypisch realisiert werden kann.

Mehr Infos dazu gibt es hier.

Fashion & Technology: Loops of Wisdom 

Kunstuni Campus beim Ars Electronica Festival 2021: Mit einer Vielzahl studentischer Projekte, Ausstellungen, Performances, Workshops und Laborsettings rückt „LOOPS OF WISDOM“ das Nachdenken über eine sich verändernde Welt in den Mittelpunkt.

Wir können es sehen, fühlen und hören: Unsere Welt befindet sich im stetigen Wandel. Auch wir verändern uns mit ihr. Die Dringlichkeit, mit der die Zukunft des Planeten auf unseren Schultern ruht, ist offensichtlich. Doch wie schaffen wir es, aktiv zu werden und den Raum zu schaffen, um vorwärts zu kommen? Was gilt es zu tun, um die Angst und das Erstarren hinter uns zu lassen, um zuversichtlich  und respektvoll Schritte in Richtung einer wohlwollenden Gesellschaft zu setzen und um so das Funktionieren der Ökosysteme unserer Erde zu unterstützen?

LOOPS OF WISDOM ist keine Lösung, sondern ein möglicher Handlungsleitfaden: Studierende und Lehrende der Kunstuniversität Linz – unter anderem des in der Tabakfabrik ansässigen Studiengangs Fashion & Technology – sowie der Partneruniversität Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK) haben anlässlich des Ars Electronica Festivals 2021 eine Reihe an inspirierenden Ausstellungsbeiträgen, Präsentationen, Workshops, Performances, Interventionen und eine diskursive Plattform realisiert.

Mit LOOPS OF WISDOM hinterfragen sie, wie Wissen generiert wird und was das mit Weisheit zu tun hat. Im Besonderen sammeln sie Aktionen, Gedanken und vor allem Ideen, die auf dem eigenen Experimentieren beruhen. Denn dieses praxisbezogene Wissen ist den künstlerischen Forschungsfeldern keineswegs fremd. Im Gegenteil: die verwendeten Werkzeuge und Materialien sind vielfältig, die Methoden erprobt und der Zugang dazu höchst spielerisch und experimentell.

  • Eröffnung:  Dienstag, 7. September um 18.30 Uhr
  • Ausstellung: Mittwoch, 8. bis Sonntag, 12. September 2021
  • jeweils von 12 bis 20 Uhr
  • Hauptplatz 6 und 8, Strafsachengalerie, splace am Hauptplatz
  • Eintritt frei
  • Näheres dazu findest du hier. 

Tangible Music Lab: Sound Campus

Auch das neu in der Tabakfabrik angesiedelte Tangible Music Lab – eine Forschungsgruppe des Medien-Instituts der Kunstuniversität Linz, die sich mit den musikalisch-kreativen Aspekten der Interaktion zwischen Mensch und Maschine beschäftigt – ist Teil der Ars Electronica. Enrique Tomás, Post-Doc Researcher am Tangible Music Lab, ist Kurator des Sound Campus – dem Klangkunstfestival der Kunstuniversität Linz in Zusammenarbeit mit der Ars Electronica. Thematisch spielt das Programm mit dem von den Lockdowns initiierten „Reclaim the City“-Gedanken: Experimentelle Musik, Kopfhörer-Konzerte, Musikalische Laser-Visualisierungen, Geräuschkulissen und DJ-Sets sowie offene Begegnungen mit Bluetooth-Lautsprechern laden nach dem täglichen Festivalprogramm in den Innenhof der Kunstuniversität ein. 

  • Donnerstag, 9. – Samstag, 11. September 2021
  • jeweils von 12 bis 22 Uhr
  • Innenhof der Kunstuniversität (Hauptplatz 8)

Enrique Tomás tritt übrigens auch selbst auf: Im Rahmen des Festivals „Out of Matter“ in der Stadtwerkstatt entführt er in der Nightline am Freitag, 10. September um 3:00 Uhr unter dem Titel „Material Flux“ akustisch in die abgelegenen Gebiete Islands.

Ars Electronica Solutions: Deep Space Shows

Natürlich leistet auch die Business Unit der Ars Electronica, die Ars Eletronica Solutions in der Tabakfabrik, ihren Beitrag zum heurigen Festival. Drei Deep Space Shows gibt es im Ars Electronica Center zu sehen.

// SAMURAI MUSEUM BERLIN – BEHIND THE SCENES (Deep Space 8K)

Das Samurai Museum Berlin eröffnet Anfang nächsten Jahres seine Pforten. Auf insgesamt 1500 Quadratmetern wird das Museum eine Vielzahl einzigartiger und seltener Exponate aus dem Bestand der über 30 Jahre aufgebauten Sammlung Peter Janssen zeigen, die mit innovativer Technologie zukunftsweisend, multimedial und interaktiv präsentiert werden. Ars Electronica Solutions ist federführend für die Konzeption und Realisierung der Dauerausstellung verantwortlich.

Am Samstag, 11.09.21 kann im Rahmen der Deep Space Screenings während des Ars Electronica Festivals hinter die Kulissen des entstehenden Samurai Museums geblickt werden. Dabei gibt das Team Einblicke in die Phase des Prototyping und der ersten Installationsarbeiten vor Ort in Berlin. Ausgewählte zentrale Medieninstallationen im Samurai Museum werden herausgegriffen, und konzeptionell und technologisch erklärt.

  • Samstag, 11. September 2021
  • 18:00 – 19:00 Uhr
  • Ars Electronica Center, Deep Space 8K
  • Vortragende (Ars Electronica Solutions): Chris Bruckmayr, Ina Badics, Michael Mondria, Petros Kataras
  • Infos und Tickets gibt’s hier.

© Ars Electronica Solutions

// AUSTRIA@EXPO DUBAI: THE AUSTRIAN PAVILION (Deep Space 8K)

Die erste Weltausstellung in einem arabischen Land beginnt im Oktober 2021. Auf 438 Hektar zwischen Dubai und Abu Dhabi werden drei Pavillons errichtet, die die Themen Nachhaltigkeit, Mobilität und Chancen repräsentieren. Unter den 192 teilnehmenden Nationen wird auch Österreich mit dem Motto “Austria Makes Sense” vertreten sein. Ars Electronica Solutions war gemeinsam mit querkraft, bleed und büro wien für die Konzeption der Veranstaltungsräume verantwortlich und hat alle Medieninstallationen im Pavillon entwickelt und realisiert.

Der Pavillon ist den Themen Klimawandel, erneuerbare Energien, Ressourcenschonung und Digitalisierung gewidmet. Die Architektur selbst und die Innenraumgestaltung nehmen Bezug auf das Thema Nachhaltigkeit, indem ein nachhaltiges Belüftungssystem sowie eine Lehmverkleidung zur Kühlung des Gebäudes eingesetzt werden.

In dieser zukunftsweisenden Kombination aus architektonischer Tradition, modernen Baukonzepten und neuester Technologie kommunizieren Medienkunstinstallationen mit der Atmosphäre des Innenraums, um alle menschlichen Sinne herauszufordern und zu beleben und unser Denken über Nachhaltigkeit und nachhaltige Innovation neu zu gestalten.

  • Mittwoch, 08. September 2021
  • 12:30 – 13:30 Uhr
  • Ars Electronica Center, Deep Space 8K
  • Teilnehmer:innen der Gesprächsrunde: Gerd Erhartt (Querkraft Architekten), Rupert Huber (Komponist), Michael Mondria, Michaela Fragner, Chris Bruckmayr (Ars Electronica Solutions)
  • Infos und Tickets gibt’s
     

Das Modell des Österreichpavillons bei der EXPO © Michaela Fragner

// EARTH FROM SPACE (Deep Space 8K)

Die Sicht aus dem Weltraum auf die Erde ist die einzige Perspektive, welche es uns erlaubt, die Veränderungen auf unserem Planeten zu beobachten. Um die Relevanz und den Wert der Erdbeobachtung in Bezug auf ökologische und sozioökonomische Vorteile zu demonstrieren, führt uns die Reise mit einer virtuellen Präsentation zu aktuellen Themen rund um Klimawandel. Satellitenbildern liefern die beeindruckenden Ansichten der Erde, welche die Veraenderungen dokumentieren und bewerten.

Die Ars Electronica Linz kooperiert seit einigen Jahren erfolgreich mit der Europäischen Weltraumorganisation ESA. Ars Electronica Solutions realisierte in diesem Zusammenhang unterschiedliche Projekte, für das Erdbeobachtungsprogramm der ESA in Frascati, Italien. In der Vergangenheit wurde als ein Leitprojekte die Φ-Experience entwickelt und aufgebaut. Heute bildet dieses Multimedia-Zentrum eine der wesentlichen Saeulen zur Visualisierung von Erdbeobachtungsdaten.

Ziel des “Φ-Experience” ist es, interaktive Technologien zu nutzen, um die Sichtbarkeit die vielfaeltigen Anwendungen von Satellitendaten zu erhöhen. Insbesondere der Nutzen der Erdbeobachtung steht hierbei im Vordergrund wobei der Schwerpunkt auf der Darstellung neuester Daten zur Veraenderung des Klimas sowie zum Verstaendnis des globalen Wandel liegt. Basierend auf der für die “Φ-Experience” entwickelten Technologien wird im Moment eine Deep Space Applikation mit einer Echtzeitprojektion von Satellitendaten auf eine 8 Meter grosse Erde entwickelt. Diese Anwendung und die Inhalte der Daten werden als Teaser vorgestellt.

  • Freitag, 10. September 2021
  • 13:00 – 13:30 Uhr
  • Ars Electronica Center, Deep Space 8K
  • Teilnehmer:innen der Gesprächsrunde: Robert Meisner (ESA), Michael Mondria, Harald Moser (Ars Electronica Solutions)
  • Infos und Tickets gibt’s hier.

Φ-Experience © ESA

 

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