Plakat der guten Hoffnung

Foto: Michael Holzer

„Je suis Charlie.“ – Dieser Satz wurde über Nacht zum weltweiten Slogan für Solidarität mit den Opfern des Anschlags auf das französische Satiremagazin „Charlie Hebdo“. Seinen ermordeten KollegInnen und der freien Meinungsäußerung widmet der bekannte Linzer Karikaturist Gerhard Haderer eine Zeichnung, die in der deutschen Zeitschrift „stern“ abgedruckt wurde, von Gutenberg-Werbering in seiner Heimatstadt Linz plakatiert wird und nun auch die Fassade der Tabakfabrik erhellt.

Als Ort der Aufklärung und der Kreativität setzt die Tabakfabrik Linz mit der rund 300 m² großen Projektion ein leuchtendes Zeichen für die Freiheit von Wort und Bild.

„In solchen Dimensionen waren meine Zeichnungen noch nie irgendwo zu sehen“, sagt Gerhard Haderer, heute selbst Mieter der Tabakfabrik, mit flammender Begeisterung über die Projektion.

Gerhard Haderer wurde einst selbst wegen religionskritischer Karikaturen angefeindet und bedroht. Die Zeichnungen in seinem 2002 veröffentlichten Buch „Das Leben des Jesus“ provozierten Drohanrufe, katholische Würdenträger bezichtigten ihn der Blasphemie. In Griechenland, wo das Buch zeitweise verboten war, wurde Gerhard Haderer gar in Abwesenheit zu sechs Monaten Haft verurteilt – ein Urteil, das 2005 wieder aufgehoben wurde.

Und so ziert Gerhard Haderers Plakat der guten Hoffnung auch ein berühmtes ZItat von George Orwell, das auf der Fassade der Tabakfabrik Linz in rund 18 Metern Höhe prangt: „Freiheit ist das Recht, anderen zu sagen, was sie nicht hören wollen.“

 

Zeitrafferaufnahme der Projektion ab Einbruch der Dämmerung auf Youtube

 

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