Flaniermeile und grünes Band zwischen den Magazinen

Die aLASKA-Passage der Tabakfabrik Linz eröffnet nicht nur einen neuen Weg vom Peter-Behrens-Platz ins aufstrebende Hafenviertel, sie wird dank großzügiger Sitzgelegenheiten, vieler neuer Bäume und eines Gastgartens auch zu einer urbanen Zone mit höchster Aufenthaltsqualität.

Der Abbruch des nicht denkmalgeschützten Zwischenmagazins A ebnete den Weg für eine neue Verbindung, die vom Peter-Behrens-Platz nach Osten über das Grundstück der Firma Laska in die Holzstraße und in Richtung Hafenviertel führt: Die aLASKA-Passage der Tabakfabrik Linz. Während die Fertigstellung des Magazin 2 mit seiner spektakulären Fassade aus Glasbausteinen immer näher rückt und das Art Magazin an der Unteren Donaulände nach und nach von Kunstschaffenden besiedelt wird, geht es nun an die Gestaltung dieses 75 Meter langen und 16,5 Meter breiten Streifens zwischen den beiden ehemaligen Tabakspeichern.

Lokalaugenschein in der aLASKA-Passage: Bürgermeister Klaus Luger, Aufsichtsratsvorsitzender der Tabakfabrik Linz (Mitte) mit den Tabakfabrik-Direktoren Chris Müller (li.) und Markus Eidenberger. Foto: Gerhard Gruber

„Mit der Neugestaltung des Hafenviertels setzen wir besondere attraktive Akzente für die Linzer Bevölkerung. Bessere Verbindungen von Linzer Hot-Spots sowie die Begrünung zahlreicher städtischer Liegenschaften sind wesentliche Meilensteine in der Verbesserung der Lebensqualität für die Linzerinnen und Linzer. Und sie stellen wichtige Maßnahmen für Anpassungen an den Auswirkungen des Klimawandels dar. Vom Donauufer über die Tabakfabrik bis in die Innenstadt entstehen zahlreiche grüne Plätze, die zum Erholen einladen“, sagt Bürgermeister Klaus Luger, Aufsichtsratsvorsitzender der Tabakfabrik Linz.  

Noch ist die aLASKA-Passage der Tabakfabrik, namentlich angelehnt an das benachbarte Handelshaus Laska, eine Baustelle. Schon in wenigen Monaten wird sich der Weg von der Holzstraße auf den Peter-Behrens-Platz in einem völlig neuen Kleid präsentieren. Foto: Gerhard Gruber

 „Jahrzehntelang war der direkte Weg vom Peter-Behrens-Platz in die Holzstraße vom Zwischenmagazin A versperrt. Mit der Entfernung dieses Betonsarkophags aus dem Jahr 1969 wurden nicht nur den beiden angrenzenden ehemaligen Tabakspeichern neues Leben eingehaucht, es entsteht auch eine lichtdurchflutete, begrünte Passage mit höchster Aufenthaltsqualität“, sagt Chris Müller, Direktor für Entwicklung, Gestaltung und künstlerische Agenden der Tabakfabrik Linz.

Kontrastreiche Neugestaltung

Mit einem Übergang von einer strukturierten, sehr geordneten Zone in einen vergleichsweise unberührten Bereich nimmt die Passage jenen Kontrast auf, der sich durch die unterschiedliche Adaptierung der beiden Magazine ergibt: Business und Unternehmertum samt neuem Vordach auf der einen, künstlerisch-schöpferische Tätigkeiten in einem möglichst im Urzustand belassenen Gebäude mit Putz aus verschiedenen Jahrzehnten auf der anderen Seite. Gestalterisch wird sich das zum Beispiel am Verschwinden einer asphaltierten Fläche zeigen, die von Nord nach Süd allmählich abreißt, dann nur mehr geschottert ist und schließlich in eine Wildblumenwiese übergeht. Auch den funktionalen Anforderungen – egal ob Barrierefreiheit oder Zufahrtsmöglichkeit für Lieferant:innen – wird diese Zone trotz ihrer außergewöhnlichen Gestaltung gerecht.

„Dass wir mit der aLASKA-Passage einen attraktiven Zugang von Osten in die Tabakfabrik geschaffen haben, ist umso wichtiger, als auch die neuen Obus-Linien und die künftige Stadtbahn östlich des Areals verlaufen werden. Die einzigartige und einladende Gestaltung des Bereichs zwischen den Magazinen durch Architekt Philipp Weinberger ist außerdem ein großer Gewinn“, sagt Markus Eidenberger, Kaufmännischer Direktor der Tabakfabrik Linz.

Mit großteils versickerungsfähigen Oberflächen und üppiger Bepflanzung knüpft die aLASKA-Passage an die Vision des FALAKlands an, einer grünen Oase im schon in wenigen Jahren autofreien Innenhof der Tabakfabrik. Das grüne Band dieses zentralen Parks wird mit bis zu 15 größeren Bäumen fortgesetzt, wobei auch im Korridor zwischen den beiden Magazinen das Schwammstadt-Prinzip zur Anwendung kommt: Anstatt Regenwasser rasch abzuleiten, kann das kostbare Nass durch eine entsprechende Aufbereitung des Bodens direkt vor Ort auch von Dächern und unmittelbar angrenzenden versiegelten Flächen aufgenommen und von den Bäumen länger gespeichert werden.

Blick vom Dach des Magazin 2 auf die 75 Meter lange und 16,5 Meter breite Passage und das benachbarte Art Magazin, das an die Untere Donaulände grenzt. Foto: Gerhard Gruber

Auf den einst für die Anlieferung von Rohtabak genutzten Gleisen wird ein Flachwaggon positioniert: Er dient sowohl als zentraler Zugang für das Art Magazin als auch als Verladerampe für das dort beheimatete Museumsdepot. Der südliche Teil der Gleisanlage wird freigelegt und soll nach und nach von der Natur zurückerobert werden. Entlang von Stahlseilen können Schlingpflanzen bis zur ersten Etage des Art Magazin hinaufklettern und so eine natürliche Laube bilden.

„Meine Entwürfe erzählen Geschichten. Sowohl bei den architektonischen Eingriffen ins Magazin 1 als auch bei der Planung des Freiraums davor habe ich dem Bestand einen hohen Stellenwert eingeräumt. Meine Interventionen sollen diesen ergänzen, erklären und unterstützen. Der nun entstehende Garten zwischen den Magazinen erzählt von vergangenen Zeiten und davon, was in dieser Passage passiert. Dabei wird der Natur viel Platz gegeben, wodurch ein Raum entsteht, der zum Verweilen und Entspannen einlädt“, sagt Architekt Philipp Weinberger.

Nahezu ohne motorisierten Verkehr, begrünt und als direkter Zugang von der Holzstraße aus ist die aLASKA-Passage auch ein Ort mit höchste Aufenthaltsqualität: Das unterstreichen großzügige Sitz- und Liegepodeste vor dem Magazin 2 genauso wie Plattformen aus Holz, die wie Inseln im Grün zum Verweilen einladen und auch größeren Gruppen oder einer ganzen Schulklasse Platz bieten werden. Anziehungspunkte aus kulinarischer Sicht sind zweifelsohne die Pizzen mit dunklen Teig von Carbone Pizza als auch das neue Lokal von Aroy Thai mit angeschlossenem Außenbereich. Der Gastroanbieter übersiedelt vom Peter-Behrens-Platz ins Erdgeschoß des Art Magazins und schreibt als Gastro-Start-up seine eigene Erfolgsstory – vom anfangs improvisierten Streetfood-Wagen ins eigene Restaurant samt großzügigem Gastgarten.

 

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