Signal der Zuversicht: Tabakfabrik pflanzt Bäume

Spatenstich für ein Klimaschutzprojekt in der Tabakfabrik Linz: Im Beisein von Bürgermeister Klaus Luger wurden die ersten von 60 jungen Bäumen eingepflanzt, die in diesem Frühjahr im Innenhof Wurzeln schlagen werden. Das frische Grün soll das gesamte Areal in heißen Sommern kühlen und in eine innerstädtische Oase verwandeln. In Zeiten von Corona sind die Baumpflanzungen auch ein Signal der Zuversicht – ganz im Sinne der Tabakfabrik als „Fabrik der guten Hoffnung“.

Bereits seit November des Vorjahres wird der erste, 3.000 Quadratmeter große Teilabschnitt in der Tabakfabrik rund um den Eingang zum Bau 1, die Grand Garage und die Lösehalle umgestaltet und begrünt. Im etwa 800 Quadratmeter großen Urban Canyon werden die Bassins des ehemaligen Biofilters mit Erde gefüllt: Dort, wo früher die Ausdünstungen der Tabakproduktion gefiltert wurden, entsteht jetzt ein einzigartiges grünes Biotop. Diese Zone wird in Zukunft nicht zuletzt bei Konzerten, Kongressen und anderen Großveranstaltungen zum Rückzugsort und zur innerstädtischen Oase. Gleichzeitig verkörpert der Urban Canyon als „Aerosol Alley“ eine grüne Turbine zur Luftreinigung des Areals. Der Bereich zwischen Magazin 1 und Magazin 2, die so genannte aLaska-Passage, wird danach folgen, mit Grünflächen aufgewertet und trägt als Korridor nach Osten ebenso zur Belüftung des gesamten Peter-Behrens-Platzes bei. Auch beim NeuBau3 der Tabakfabrik, mit dem Ende dieses Jahres begonnen wird, spielen Bäume und Begrünung eine gewichtige Rolle.

60 junge Bäume werden in diesem Frühjahr im Innenhof der Tabakfabrik Linz gepflanzt. Beim Spatenstich für das Klimaschutzprojekt trugen Bürgermeister Klaus Luger und die Tabakfabrik-Direktoren Markus Eidenberger (li.) und Chris Müller (Bildmitte) einen Mund-Nasen-Schutz des Textil-Start-ups VRESH, das in der Tabakfabrik angesiedelt ist und in der Corona-Krise auch stylishe Schutzmasken aus Baumwolle herstellt. Bildcredit: Tabakfabrik Linz

 

„Grüne Städte zeichnen sich durch hohe Lebensqualität und Wettbewerbsfähigkeit aus. Ich werde die sauberste Industriestadt Österreichs als Klimastadt positionieren und im Zuge des Klimaschutz-Programms in Linz zahlreiche innerstädtische Grünflächen schaffen. Deshalb ist es unsere Bestrebung, den großflächig betonierten Peter-Behrens-Platz der Tabakfabrik von einer Wärmeinsel in eine Grünoase zu verwandeln. Damit wird der atmosphärische Innenhof des ehemaligen Industrieareals zu einem Ort der Begegnung, Erholung und Klimaregulierung“, sagt Bürgermeister Klaus Luger, Aufsichtsratsvorsitzender der Tabakfabrik Linz.

„Wir pflanzen Bäume, von denen noch nachfolgende Generationen profitieren werden. Das ist gerade in Zeiten von Corona ein unglaublich starkes Signal der Zuversicht. Die Klimaschutzmaßnahmen in der Tabakfabrik Linz stehen sinnbildlich für unsere Transformationskraft: Inmitten einer Industrieanlage, die mit ihrer Zigarettenproduktion jahrzehntelang den Lungentod förderte, werden heute nicht nur Bäume gepflanzt, die uns gerade im Sommer aufatmen lassen und vormalige Hitzeinseln zu grünen Oasen machen. In der Tabakfabrik sind auch jene Kompetenzen gebündelt, die es braucht, um mit modernster Sensorik und neuesten Technologien lebenswichtige Parameter wie die Luftgüte zu messen“, sagt Chris Müller, Direktor für Entwicklung; Gestaltung und künstlerische Agenden der Tabakfabrik Linz.

„Urbanes Grün ist zentraler Faktor einer zukunftsorientierten, nachhaltigen Stadtentwicklung. Grünflächen leisten nicht nur einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur Attraktivität von Ballungszentren, sondern erhöhen auch den Wert von Grundstücken. Im Schnitt sind Immobilien um zehn bis zwanzig Prozent teurer, wenn sie an einer Grünfläche stehen. Insofern macht sich die Begrünung des Innenhofs der Tabakfabrik Linz in vielerlei Hinsicht bezahlt“, sagt Markus Eidenberger, kaufmännischer Direktor der Tabakfabrik Linz.

Klimaanlage für den Kreativ-Hotspot

Bei der Begrünung des Areals vertraut der Kreativ-Hotspot Tabakfabrik auf ExpertInnen: „Für die Auswahl der Bäume war ausschlaggebend, wie sich das Klima in den kommenden 50 bis 100 Jahren voraussichtlich entwickeln wird. Auch auf den städtischen, klimatisch sehr heißen Standort Tabakfabrik mit einem recht durchlässigen, schottrigen Boden haben wir Bedacht genommen“, erklärt Landschaftsarchitekt Markus Kumpfüller, der fast ausschließlich heimische Baumarten pflanzen lässt. Während im Vorbereich der Grand Garage vorwiegend Hochstämme zum Einsatz kommen, sind es im Urban Canyon auch so genannte Heister, also Stammbüsche mit Ästen bis zum Boden.

Zumindest im ersten Jahr werden die Neuankömmlinge in der Tabakfabrik – die Palette reicht von Feldahorn und Birke über Schwarzföhre, Espe und Eibe bis hin zu Korbweide, Birke, Schwarzpappel und Silberlinde – auf Bewässerung angewiesen sein. Von April bis September braucht es eine regelmäßige Wasserzufuhr im Wochenabstand, um die Bäume bei der Verwurzelung zu unterstützen. Die positiven Effekte der Bepflanzung werden sich sehr schnell einstellen, weiß Kumpfmüller: „Die Schattenwirkung ist praktisch von Anfang an gegeben. Die Krone eines jungen Baumes wächst außerdem jedes Jahr um ein Drittel bis um die Hälfte.“  Im Sommer kühlen die Bäume den Kreativ-Hotspot Tabakfabrik: Je größer der Baum, umso besser die Wirkung. Dazu binden Linde, Espe & Co. Kohlendioxid und verschiedene Feinstäube und geben für den Menschen positive Stoffe an die Umgebungsluft ab. „Man sollte auch bedenken, dass Bäume eine positive Wirkung auf die menschliche Psyche haben. Studien haben ergeben, dass Menschen, die bei Büroarbeiten eine Aussicht auf Bäume haben, produktiver sind als jene, die auf eine Hauswand schauen.“

Zur Blogübersicht