Schweißfabrik: Gesundheitsförderung in der Tabakfabrik Linz

Foto: Florian Voggeneder

In der Tabakfabrik Linz arbeiten heute bereits wieder rund 300 Personen und damit mehr Menschen als bei ihrer Schließung im Jahr 2009. Sie alle formen gemeinsam eine „Smart Factory“ im Bereich der kulturellen und kreativen Industrien, die der fundamentalen Veränderung unserer Berufswelt – von der Industriegesellschaft zur Kreativ- und Wissensökonomie – Rechnung trägt. Doch gerade Ein-Personen-Unternehmen, Mikrobetriebe und freiberufliche Mitarbeiter größerer Agenturen im Umfeld der Kreativbranche sind zumeist ganz anderen Belastungen ausgesetzt als klassische Angestellte.  Stichwort Einzelkämpfer oder Ich-AG, großer Leistungs- und Konkurrenzdruck, atypische und unregelmäßige Beschäftigungsverhältnisse mit geringer sozialer Absicherung, Kreativitätszwang und höhere finanzielle Risiken. Um dennoch gesunde Arbeitswelten bieten zu können, braucht es deshalb innovative Konzepte im Bereich der Gesundheitsvorsorge, die ein flexibles Reagieren auf geänderte Bedürfnisse erlauben.

Foto: Florian Voggeneder

Foto: Florian Voggeneder

Deshalb hat sich nun der Verein für prophylaktische Gesundheitsarbeit PGA, der sich als Österreichs größter Gesundheitsverein mit Sitz in Linz für die Chancengleichheit auf Lebensqualität einsetzt, in der Tabakfabrik angesiedelt. – Um maßgeschneiderte Programme für kreative Geister zu konzipieren. Im Zentrum steht dabei die ganzheitliche Förderung der Gesundheit. Neben klassischen Entspannungsangeboten, Ernährungsworkshops und Sport werden so in der Tabakfabrik unter dem Motto „PGA Körper.schafft“ auch Kommunikationstraining, Berufs- oder Persönlichkeitscoachings und Meditation angeboten.

„Wir haben uns im Vorfeld in Form von Umfragen ganz genau angesehen, welche Firmenstrukturen es in der Tabakfabrik gibt und bemerkt, dass sehr unterschiedliche Arbeitsverhältnisse existieren. Deshalb wäre ein klassisches betriebliches Gesundheitsvorsorgeprojekt hier kaum realisierbar. Aus diesem Grund haben wir ein flexibles Angebot entwickelt, das für alle leistbar sein soll, auch für jene, die sich in prekären Arbeitsverhältnissen befinden. Denn Gesundheit darf kein Privileg sein, Gesundheit ist ein Grundrecht“, sagt Dr. Maria Dietrich, Leiterin des Projekts „PGA Körper.schafft“ in der Tabakfabrik.

Foto: Florian Voggeneder

Foto: Florian Voggeneder

Ziel ist auch, einen gesunden Nährboden zu schaffen, auf dem Kreativität, das kostbarste Gut der am Areal angesiedelten Betriebe und EPUs, sprießen kann. „Gesundheitsvorsorge im Betrieb ist mehr als nur ein Obstkorb – gerade in der Kreativbranche, wo der sprichwörtliche one apple a day meist das MacBook ist“, bringt es Maria Dietrich auf den Punkt.

„Als in der Tabakfabrik Linz noch Rauchwaren die Rampe verließen, war die Betriebskultur Vorzeigemodell mit zahlreichen Sozialleistungen, einem Betriebssportverein und Gemeinschaftsfesten. Dieser Geist soll wieder aufleben, angepasst an die Herausforderungen neuer Arbeitswelten und Produktionsverhältnisse“, ergänzt Chris Müller, Direktor der Tabakfabrik Linz.

Für die gesundheitsfördernden Programme des PGA in der Tabakfabrik wurden zwei außergewöhnliche Räume geschaffen, deren Gestaltungskonzept Maria Dietrich und Chris Müller entwickelt haben. –  Auf virtuose Weise umgesetzt vom Techniker-Team der Tabakfabrik.

 

PGArena

Mit der „PGArena“ entstand eine Miniatur‐Sportarena, die mit der Geschichte des Raumes spielt. Wo früher Zigaretten mit dem Stapler verladen wurden, sind die Paletten heute an die Wand montiert und von Efeu bewachsen. Im Lastenaufzug ein Spinningrad, über der Starkstromleitung eine in Bauplatten gefasste Trainerbank, der ganze Raum mit grünem Rasen ausgelegt. Die PGArena bietet Platz, um bei Sportprogrammen die Muskeln spielen und oder bei Seminaren die Köpfe rauchen zu lassen. Zwischen Schultafel, Trainerbank, Springböcken und Kettlebells sprießt Wohlbefinden auf der grünen Wiese.

Foto: Florian Voggeneder

Foto: Florian Voggeneder

 

MEAT LOVE

Im Raum „MEAT LOVE“ dreht sich, wie der Name schon nahe legt, alles um die Liebe zum Fleisch. Gehetzte Arbeitstiere und Bürohengste verschwinden dort in einer Kuschelhöhle, eingebettet zwischen weichem Fell an den Wänden und wärmenden Lampen. Ein idealer Ort, um bei Massagen und Entspannungsübungen die Seele baumeln zu lassen und sich eine Auszeit vom stressreichen Alltag zu gönnen.

Foto: Florian Voggeneder

Foto: Florian Voggeneder

Sofern die neuen Räume des PGA in der Tabakfabrik gerade nicht belegt sind, können sie auch für Gesundheits- oder Sportveranstaltungen gebucht werden.

Foto: Florian Voggeneder

Foto: Florian Voggeneder

Koordinator vor Ort ist der Gesundheitsreferee und Trainer Rüdiger Mayr, der in Abstimmung mit den Mieterinnen und Mietern der Tabakfabrik, sowie externen Interessierten verschiedene Programmschienen ausklügelt. „Gesundheit soll auch am Arbeitsplatz einen hohen Stellenwert haben. – Angebote wie etwa der „Lunch Break Workout“ finden in der Mittagspause statt und beinhalten eine Mixtur aus Kraft- und Ausdauerübungen. Und während sich in den späten Nachmittagsstunden der Verkehr auf der Straße verdichtet, starten wir mit unserem Feierabendstaulauf“.  Wir nutzen die Zeit, bis sich der Verkehr auflöst, zum Lauftraining. – Um dann entspannt und ohne Stau in den Feierabend zu gehen.“

Auf vielfältige Weise unterstützt die „PGA Körper.schafft“ in der Tabakfabrik also die volle Entfaltung von Kreativität und Talenten. Egal ob in Form von individuellen Exklusiv-Angeboten oder firmenübergreifenden Kursen.

„Auch wenn eine Person, die zum Beispiel als klassische Ich-AG arbeitet, in der Tabakfabrik nur einen kleinen Raum gemietet hat, steht  ihr dennoch ein ganzes Raumuniversum – wie in einem Großkonzern – zur Verfügung. Die Tabakfabrik Linz bietet Service in allen Lebenslagen, und das ist etwas Einzigartiges“, so Chris Müller.

Foto: Florian Voggeneder

Foto: Florian Voggeneder

 

 

 

 

 

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Zur Blogübersicht