AUTline – die HUBtische Produktionskette der Creative Industries

Innovationsnetzwerke entstehen nicht zufällig, sie müssen kreiert werden. Die österreichische Westbahnstrecke wurde von Kaiserin Elisabeth erbaut, erstreckt sich von Wien bis Salzburg und gehört nach wie vor zum Kernnetz der ÖBB. Bei der Auftaktveranstaltung zum Thema Innovation-Hubs am Beispiel der Revitalisierungsbestrebungen der Remise Amstetten wurde von Chris Müller (Direktor Tabakfabrik Linz, CEO CMb.industries) die Idee präsentiert, entlang der gesamten Strecke HUBs zu entwickeln, die durch die Infrastruktur der ÖBB verbunden sind. Mit der Triebkraft der Kreativwirtschaft könnte so ein pulsierendes Band durch Österreich gezogen werden, das ein zugkräftiges europäisches Pendant zu Tel Aviv und dem Silicon Valley bildet. Die digitalen Nomaden und neuen Handwerksgilden fädeln sich entlang einer HUBtischen Produktionskette auf und agieren unter einem gemeinsamen Kommunikationsschild.
Seit je her war der Ausbau von Mobilität das entscheidende Schlüsselereignis für das Aufkeimen von Innovation und Zivilisation. Glaubten wir früher noch, wir würden unsere Seelen verlieren, bewegten wir uns schneller als ein Pferd, so wissen wir heute: Wir verlieren sie, wenn wir es nicht tun. Der Pony-Express vernetzte den gesamten Nordamerikanischen Kontinent, der Main-Donau-Kanal öffnete den Weg für die Großschifffahrt, über die Seidenstraße gelangten Handelswaren in die ganze Welt und diese Route wird derzeit unter enormen Anstrengungen von China wiederaufgebaut. Auch alte Handwerksberufe wussten, dass Mobilität ihre Reife steigert – so gingen die Zimmerleute auf Walz und die Dombauer auf Tippelei, um Meisterqualität zu erlangen.

Die neue AUTline entlang der Westbahnstrecke kann in Wien, Salzburg oder Linz angeflogen werden und bietet in ihren durch die ÖBB angedockten Orten Werkstätten, Fab-Labs, Programmierstuben, Zukunftszünfte, Neues Handwerk und Neues Wohnen. Work- und Livings-Labs werden im wahren Sinne des Wortes auf Schiene gebracht – mit innovativen Konzepten, die keine getrennten Welten, sondern vernetzte Strukturen sehen. Die HUBs entlang der AUTline agieren wie Neuronen, die sich über Synapsen zu einem umspannenden neuronalen Netzwerk formieren. Die AUTline bildet somit einen pulsierenden Strang der österreichischen Creative Industries. Seine Ausläufer wirken bis tief in die Regionen. Sie verbinden und versöhnen ländliche Kommunen mit Städten. Das neuronale Netz fängt die Landflucht auf, wirkt der Versiegelung entgegen und fördert eine Superstruktur für schöpferisches Unternehmertum.

Originalbeitrag auf urbanminer.at

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Zur Blogübersicht