Sit Designbureau: Die Designpioniere der A-Stiege

Sit Designbureau ist in der Tabakfabrik Linz Mieter seit der ersten Stunde und einer der Pioniere auf der Stiege A. Nun siedelt das Designbüro um, bleibt seiner Stiege A aber trotzdem treu. Wir trafen Stefan Brandtmayr, um mit ihm über sein Unternehmen, die gemeinsame Geschichte mit der Tabakfabrik und Wünsche für die Zukunft zu sprechen.

Nomen est omen – diese Redensart hat sich im Falle von Sit Designbureau bewahrheitet. Das Team des kreativen Büros bietet für Unternehmen eine gestalterische Rundum-Versorgung an: „Im Prinzip machen wir Kommunikationsgrafik und Interior Design. […] Eine Kernkompetenz von uns ist es, dass wir, wenn wir für einen Kunden arbeiten, uns mit ihm verbrüdern. Das, was uns interessiert, ist, dass man einem Unternehmen in die Seele schaut. Wir streben grundsätzlich immer eher eine längerfristige Zusammenarbeit an“, erzählt Stefan Brandtmayr. Diese intensive Art der unternehmerischen Symbiose betreibt Sit Designbureau derzeit für zwei große Kunden: „Das ist einerseits eine Bank – die VKB Bank – und die Firma Joka. Diese ist uns auch eine Herzensangelegenheit. Das ist ein österreichisches Traditionsunternehmen, noch immer im Familienbesitz und familiengeführt, bekannt für Verwandlungsmöbel. Da haben wir die Kreativdirektion. Das ist eigentlich ein Full-Time-Job. Wir betreuen etwa die Website, den Markenauftritt, die Werbung, die Messen, Produktrelaunches und so generell den Marken-Relaunch. Wir versuchen dieses Unternehmen, das es jetzt demnächst seit 100 Jahren geben wird, die nächsten Jahre zu begleiten was den optischen Auftritt, die Kommunikation und die Sprache nach Außen betrifft. Das ist es, was wir als Büro machen.“

Momentan befindet sich das Designbüro gerade im Übersiedeln. Der Tabakfabrik Linz bleibt Sit allerdings erhalten, denn das Team rund um Brandtmayr zieht vom ersten in den vierten Stock auf Stiege A im Bau 1 der Tabakfabrik: „Wir waren ein relativ großes Büro mit sieben Leuten und sind aus einem Grund – da ich meinen Beruf gewechselt habe – flächenmäßig zurückgefahren. Ich habe vor 16 Jahren begonnen, als Bühnenbildner zu arbeiten und mache das jetzt hauptberuflich. Das hat auch bedingt, dass wir das Büro verkleinert haben und es war auch ein Grund dafür, dass wir übersiedelt sind, da wir kein so großes Büro mehr brauchen und selbiges wieder eher als Atelier benutzen möchten. Wir haben uns das [vorherige] Büro auch mit einem anderen Unternehmen – mit Decentral – gemeinsam gemietet. Wir waren ja eigentlich Pioniere und bei den Erstmietern dabei. Dieses Unternehmen ist vor mittlerweile zwei Jahren ausgezogen. Wir haben versucht andere Mieter hinzuzuziehen, aber letztendlich ist die Entscheidung gefallen, dass wir wieder gerne ein eigenes Atelier hätten und da hat sich der neue Raum idealst angeboten.“

Die Geschichte von Herrn Brandtmayr und der Tabakfabrik beginnt aber bereits vor dem Einzug in die selbige. Durch die Ausbildung und Arbeit an der Kunstuniversität Linz sind er und die Fabrik bereits alte Bekannte: „Ich habe die Tabakfabrik schon gekannt, als noch die Kunstuni da war. Ich war zwar nicht hier, aber ich unterrichte nach wie vor an der Kunstuni, also die Tabakfabrik war schon ein Wegbegleiter. Während meines Studiums, damals noch unter dem Generaldirektor Beppo Mauhart, haben wir schon Projekte für die Tabakfabrik gemacht. Diese Zigarettenverpackung hat ein Künstler aus unserer Klasse entworfen. Also die Tabakfabrik kenne ich seit meinem Studium. Dann war es war natürlich schon immer eine Architektur, die in Linz sehr selten ist – Industriearchitektur von der Qualität, die auch eine architektonische Repräsentation der Moderne ist. Wie es geheißen hat, es soll ein Ort der Kreativen und Künstler werden, mussten wir gerade ausziehen aus unserem Büro aus der Innenstadt und haben uns gedacht, es wäre ein idealer Zeitpunkt dorthin zu übersiedeln. Was mir gefallen hat, was aber leider am Verschwinden ist in letzter Zeit, sind genau diese Räume, die diesen Geist weitertransportieren und wo noch die Fabrik da ist. Wir waren jetzt in der Elektrowerkstätte, wo man noch die Spuren der Fabrik sieht. Ich würde mir wünschen, dass die Stiege A noch bleibt. Dieses Provisorium, das nicht bis ins kleinste Detail renoviert und etwas experimenteller ist.“

Als langjähriger Mieter und Kenner der Tabakfabrik hat Brandtmayr gerade als Künstler einen großen Wunsch an die Tabakfabrik: Dass hier, an diesem tollen Ort, Platz bleibt für bildende Künstler und nicht nur für die Kreativwirtschaft. Weniger „Büro“ mehr Spielplatz, mehr Abenteuer. “ Linz hat nicht diesen Resonanzkörper, wie etwa Wien oder Berlin. Hier muss man schon frecher sein. Aber ich bin trotzdem gerne ein Teil dieser Gemeinschaft.“

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