Einreichfrist für „Die zyndende Idee“ verlängert

Bildcredit: Tabakfabrik Linz

Die Tabakfabrik Linz verlängert die Einreichfrist für den internationalen Ideenwettbewerb „Die zyndende Idee“ bis zum 31. Mai 2016. Gesucht werden Initialzündungen für die Berufswelt von morgen: innovative Konzepte und bahnbrechende Modelle, die sich mit der Zukunft von Arbeitsmarkt und Industrie befassen. Der zyndendsten Idee winkt ein bis dato einzigartiger Preis, der im wahrsten Sinne des Wortes Raum für Kreativität schafft. Die Gewinnerin oder der Gewinner des Calls erhält ein mietfreies Büro in der Tabakfabrik Linz – auf Lebenszeit!

Sämtliche Informationen zu den Teilnahmebedingungen und Bewertungskriterien, zur Jury und zu den Konditionen des Hauptpreises bietet die Tabakfabrik Linz auf der Website.

Der Wettbewerb „DIe zyndende idee“ im detail

Was können wir tun, damit der technische Fortschritt der Gesellschaft nützt und nicht schadet? Antworten auf diese brennende Frage sucht die Tabakfabrik Linz im Rahmen des Wettbewerbs „Die zyndende Idee“.

200 Jahre nach der industriellen Revolution steht uns ein weiterer radikaler Wandel bevor. Die zunehmende Vernetzung von allen und allem verändert die Art, wie wir leben, wie wir arbeiten, wie wir produzieren. Die Stichworte, die diese Entwicklung medial greifbar machen, lauten Robotik, Industrie 4.0 und cyber-physische Revolution. Ungeahnte Möglichkeiten für neue Konzepte, Produkte und Methoden tun sich damit auf.

Zugleich erscheint uns die tiefgreifende Umwälzung des Begriffs Arbeit, die damit verbunden ist, auch als Bedrohung unserer eigenen Existenz. Von jeher werden Kostenoptimierung, Effizienzsteigerung und zunehmende Produktivität mit einem Abbau von Man- und Womanpower gleichgesetzt. Allein in der Tabakfabrik haben 290 Mitarbeiterinnen zuletzt 10.000-mal mehr produziert als die 1.500 Menschen, die hier in den Dreißiger- und Vierzigerjahren tätig waren. Die Umsatz- und Gewinnzahlen sind drastisch gestiegen. Doch wer hat davon profitiert?

Der Ersatz von harter manueller, gesundheitlich zermürbender Arbeit durch Maschinenkraft beschert uns Zeit, Lebensqualität und monetären Wohlstand – zumindest in der Theorie. In der Praxis jedoch leidet die Gesellschaft unter zunehmend schwierigeren Arbeitsbedingungen. Die Auftraggeber verlangen immer größeren Output in immer kürzerer Zeit zu immer geringerem Lohn. Die Folge davon sind psychische und physische Erkrankungen am Arbeitsplatz – wie etwa Migräne, Unwohlsein, Depression, Aggression, Arbeitsunfälle und schlimmstenfalls Burn-out. Rund elf Prozent der österreichischen Bevölkerung sind von diesem Ausgebranntsein betroffen, Tendenz steigend.

Wie gehen wir mit dieser Ambivalenz um? Was können wir tun, damit der technische Fortschritt der Gesellschaft nützt und nicht schadet? Und wie können wir den uns bevorstehenden Umbruch als Beschleunigungsmoment nutzen, damit nicht die Industrie die einzige Gewinnerin und alle anderen die Verlierer sind? Schon Alfred Dallinger träumte in seiner Amtszeit als Sozialminister (1980–1989) davon, die Wirtschaft stärker zur Verantwortung zu ziehen – und zwar nicht in Form von lohnabhängigen Sozialabgaben, sondern im Sinne einer umsatzorientierten Wertschöpfungsabgabe. Ist das vielleicht eine mögliche gedankliche Stoßrichtung?

Wir alle unterschätzen bislang den Wert von Kreativität als Triebfeder für die Innovationskraft unserer Gesellschaft. Aus diesem Grund lobt die Tabakfabrik Linz in ihrer Rolle als Denkschmiede einen offenen, weltweiten Ideenwettbewerb aus. Wir suchen nach praktischen und/oder theoretischen Ansätzen, die sich mit der Zukunft von Arbeitsmarkt und Industrie befassen. Wir suchen nach attraktiven Steuerungsmechanismen sowie intelligenten Anreiz- und Ausgleichsmitteln für die Industriegesellschaft, um die Polarität von Opfer und Profiteur einzudämmen. Wir suchen nach Ideen, nach Impulsen, nach Innovationen in Zusammenhang mit den derzeit brennenden politischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Themen.

Eine unabhängige Jury wird das beste Projekt ermitteln und küren. Der Sieger, die Siegerin erhält ein mietfreies Büro in der Tabakfabrik Linz – und zwar auf Lebenszeit. Eine solche Preiswürdigung ist eine Premiere im Wettbewerbswesen.

Die Londoner und Bostoner Soziologin und Wirtschaftswissenschafterin Saskia Sassen übernimmt die Patenschaft über den Ideenwettbewerb „Die zyndende Idee“.

„Wirtschaftliche Evolution ist ein treibender Motor unserer Gesellschaft. Und das ist gut so. Nur leider profitieren von dieser Entwicklung immer nur recht wenige. Ein Teil der Gesellschaft bleibt davon unberührt. Aus diesem Grund spricht mir der Zyndstoff-Wettbewerb aus tiefster Seele. Wir brauchen Ideen für einen besseren Umgang mit Fortschritt. Wir brauchen Ideen für die Zukunft der Industrie.“
(Saskia Sassen, Columbia University, London School of Economics)

2 Kommentare

  1. Bewerbung für Der Wettbewerb „DIe zyndende idee“
    Da fehlt doch noch was? Ja, sicher! Wer führt die Ausbildungsstätten wie Berufsschulen, HTL’s, WIFI, BFI usw. mit den modernen, bereits im Umbruch befindlichen Fabriken zusammen. Welches Potential wird von den Arbeitnehmern erwartet und qualifiziert der Ausbildungsstandard im Bereich Technik die jungen Arbeitnehmer für Industrie 4.0? Welche Potentiale sind vorhanden und welche Kompetenzen sollen forciert werden? Welche Firma braucht welches Anforderungsprofil? Welche Chancen ergeben sich für den jungen und etwas älteren Arbeitnehmer? Bestandsaufnahme der Ausbildungsschwerpunkte in den Schulen und Vergleich mit den tatsächlichen Bedürfnissen der OÖ Industrie bieten sowohl für Arbeitgeber als auch für Arbeitnehmer ungeahnte Möglichkeiten um am internationalen Wirtschaftsmarkt zu bestehen.
    Mein Name ist Roland Rampetsreiter (Elektrotechnikingenieur und Berufsschulpädagoge)

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