Gerhard Haderers „Schule des Ungehorsams“

Foto: Immanuel Gfall

„Der Zwang zur Konformität hat gleichsam sein altes Gewand abgestreift und ist modern, individualistisch und flexibel geworden“, sagt die Soziologin Cornelia Koppetsch. Wir leben in einer Zeit, die wenig schmeichelhaft als „Bionade-Biedermeier“ bezeichnet wird. Einer Zeit, in der Spießbürgerlichkeit auch bei der urbanen Boheme en vogue ist, die neue Sehnsucht nach konservativen Werten alle Bereiche des Lebens durchdringt und sich gesellschaftspolitisches Engagement nicht selten in Facebook-Postings erschöpft.

„Die klassischen politischen Definitionen links und rechts haben sich längst aufgelöst. Es gibt nichts Konservativeres als diese ehemalige Linke, die es sich jetzt in diesem Eck so wunderbar behaglich eingerichtet hat und aus diesem Grund keinerlei progressive Kraft mehr besitzt. Das ist in jedem Detail nachzuweisen, man muss sich nur ein bisschen umschauen. Und ich meine jetzt dass es trotzdem einen Aufruf geben muss zu politischer Einmischung“, sagt der prominente Linzer Karikaturist Gerhard Haderer.

Deshalb wird der Meister der provokanten Satire in der Tabakfabrik Linz die „Schule des Ungehorsams“ ins Leben rufen. Ein Denklabor, in dem PhilosophInnen, WissenschaftlerInnen, PolitikerInnen oder KünstlerInnen im Rahmen von Vorträgen, Workshops oder Lesungen lustvolle Anstöße für eine Änderung der Verhältnisse geben. Ob in Form von politischem Aktivismus, gesellschaftlicher Partizipation oder zivilem Ungehorsam.

Mit Gerhard Haderer ergründen wir die Ursachen des „Bionade-Biedermeier“, diskutieren das Gefahrenpotential von Konformismus für die Demokratie und sprechen ausführlich über die Lehrinhalte und Ziele der „Schule des Ungehorsams“.

Ein Beitrag von Nina Fuchs

Jingle: Cherry Sunkist

Musik: Lou Reed | Street Hassle (AKM-pflichtige Musik)

Nachzuhören ist die Radiosendung „Rauchzeichen“ über Gerhard Haderers „Schule des Ungehorsams“ hier:

 

2 Kommentare

  1. Es sollte weniger um Ungehorsam als um Gerechtigkeit gehen wurde es Gerechtigkeit für alle geben währe Ungehorsam kaum ein Thema.

  2. Sehr geehrter Herr Gerhard Haderer!

    Blasphemie der Urgewalt. „So könnt´s sein – aber so nicht!“
    Es war vor mindestens 4,6 Milliarden Jahren einmal ein Genie, das hatte weder einen TV-Sender und schon gar keine Plattform, auf der er sich amüsieren konnte, also kam er auf den Blitzgedanken: „Suche dir eine Tätigkeit, die dir Freude macht und du brauchst dein Leben lang nicht mehr arbeiten!“
    Er schnippte mit dem Daumen (kann auch ein Mausklick gewesen sein) und plötzlich krachte und funkelte es auf seiner Hofwiese. Die Explosion war so heftig, dass es/es den Puffer als Urknall bezeichnet hat.
    Es entstanden ….. arden Sonnen, die sich wiederum zu Sternenhaufen, schwarzen Löchern und Nebeltropfen (Milchstraße) ausbreiteten. Da draußen hat sich vor ca. 4,3 Milliarden Jahren ein kaum sichtbares Sternchen gebildet, dass von 8-9 Planeten umkreist wird. Auf einem dieser abgekühlten Dreckkugeln hat sich der geniale Grundgedanke verwirklicht und es entstand Wind und Wetter, Lora und Fauna. Da sich auch die Tierwelt evolutionär entwickelt hat – “ Das Bessere ist der Tod vom Guten!“ – entstand eine Schmalnasenrasse, wie Nackthunde, aber aufrecht gehend, die es einfach nicht glauben wollte, dass sie für ihre Gräueldaten selber verantwortlich sind. Einer dieser elitären Tempelsexler nahm sich die Tochter der unbefleckten Empfängnis zu sich, um sie zu schwängern. Möglicherweise trug diese jungfräuliche Fräulein den römischen Namen Maria?
    Was dieser Bastard Jusu sich erlaubte, fasziniert weltweit über 2 Milliarden Christen. Leider ist der Geschäftsneid und die Gier so groß, dass sich bereits 230 Gruppierungen von diesem Erlösergedanken abgespaltet habe.

    Zum Thema:
    Ist Gott wirklich so ein Stümper, dass er eine Familie gründen musste um seinen Erstgeborenen von Nackthunden abschlachten zu lassen, nur weil ihm keine anderen Möglichkeiten eingefallen sind, diese entartete Population wieder zu Grundgedanken seines Slogans zurückzuführen?
    Dazu habe ich sehr viele Gedanken notiert!

    P.s.: Als klosterschulgeschädigter Prolet habe ich mir eine List ausgedacht, wie meine Ansichten einen Hauch von Wahrheitsgehalt bekommen – ich habe meine Gedanken an das österreichische Patentamt gesendet und bekam tatsächlich eine Patenturkunde Nr. 508026 (Autoanhänger, der sich beim Rückwärtsfahren selbst lenkt)
    Wenn ich so begnadet wäre, wie mein Idol Herr Gerhard Haderer, dann hätte ich möglicherweise auch zu Pinsel und Papier gegriffen!

    Mit freundlichen Grüßen
    Rudolf Kehrer – Kunstschmied & Metallplastiker

    Bitte diese Mail an Herrn Gerhard Haderer weiterleiten – Danke!

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