Studie belegt: Kreativszene in Linz und OÖ entwickelt sich hervorragend

Eine im Mai veröffentlichte Netzwerkstudie des Wiener Forschungsinstituts FAS.research zeigt die dynamische Entwicklung der Kreativwirtschaft am Standort Linz und Oberösterreich. Gegenüber der ersten Studie aus dem Jahr 2009 hat sich die Region im Bundesländervergleich deutlich verbessert. Eine Clusteranalyse weist Oberösterreich nach Wien als zweitgrößte Kreativ-Community aus. In deren Zentrum werden die CREATIVE REGION, die Tabakfabrik Linz und die Ars Electronica als wichtigste Knotenpunkte ausgewiesen werden.

Foto: Florian Voggeneder

Foto: Florian Voggeneder / Axis Linz – Coworking Loft

Die Netzwerkstudie der österreichischen Kreativwirtschaft

Bereits 2009 hat FAS.research im Auftrag der „creativ wirtschaft austria“ die Netzwerke rund um die Kreativschaffenden in Österreich analysiert. Seither hat sich speziell in der oberösterreichischen Kreativwirtschaft vieles zum Positiven verändert. Mit der Folgestudie 2014 wurde gezeigt, wie sich diese Veränderungen auf die Netzwerke der Kreativwirtschaft ausgewirkt haben. Bei dieser Studie handelt es sich um eine referentielle Netzwerkanalyse: Ein Schneeballverfahren, bei dem sich die SchlüsselspielerInnen der österreichischen Kreativwirtschaft systematisch identifizieren lassen.
Die Studie von 2014 zeigt klar: Die österreichische Kreativwirtschaft hat in den letzten fünf Jahren auffallend an Bedeutung gewonnen, die Strukturen ihrer Netzwerke haben sich verdichtet und verstärkt. 1.442 SchlüsselspielerInnen wurden identifiziert, über 50% mehr als in der Studie 2009. Die österreichische Kreativwirtschaft konnte in den letzten Jahren der Wirtschaftskrise eine höhere durchschnittliche Wachstumsrate als die traditionellen Wirtschaftsbereiche aufweisen.

Der Kreativitätsstandort Linz und Oberösterreich

Die Bedeutung Oberösterreichs als Kreativwirtschaftsstandort ist gegenüber 2009 deutlich gewachsen und sichtbarer geworden. „Oberösterreich stellt nach Wien den zweitwichtigsten Standort der österreichischen Kreativwirtschaft dar. Vor allem ihre Vernetzung hat sich in den letzten Jahren sehr verbessert.“ fasst Christian Gulas von FAS.research die Ergebnisse für Oberösterreich zusammen.

Betrachtet man die Bereiche der Kreativwirtschaft wird auch deutlich, dass Oberösterreich und Linz neben Wien über die höchste Bereichsdiversität verfügen. – Mit der größten Vielfalt an Disziplinen wie Design, Werbung, Multimedia, Architektur, etc.

Die Studie zeigt allerdings auch, dass im Bundesländervergleich 8,5 Prozent mehr Personen im Bereich der digitalen Medien (Multimedia, Software und Games) tätig sind. Dieser Sparte wird österreichweit das stärkste Wachstum prognostiziert. Das ist ein wesentliches Themengebiet, auf das Linz seit langem erfolgreich setzt.

Offensichtlich wird im Rahmen der Studie auch, dass in Oberösterreich überdurchschnittlich viele Akteure als Insider eingestuft werden (rund 50%), die über das notwendige Wissen und die Erfahrung verfügen, um zu erkennen, wo der Schuh drückt und somit positive Impulse für eine Weiterentwicklung der Kreativwirtschaft setzen.

Ein weiterer Aspekt, der vom Studienautor Christian Gulas hervorgehoben wird: „Der oberösterreichischen Kreativwirtschaft ist etwas sehr Wichtiges gelungen – nämlich einen Brückenschlag zur klassischen Industrie und traditionellen Unternehmen herzustellen“. Somit zeigt sich auch die immer wichtiger werdende Bedeutung der Kreativwirtschaft für alle wirtschaftliche Bereiche Oberösterreichs.

Foto: Florian Voggeneder

Foto: Florian Voggeneder / Klub Kantine „Behrens Koch Kolektiv“

Dreieck der Kreativität: CREATIVE REGION – Tabakfabrik Linz – ARS Electronica

Die Studie zeigt, dass sich in Linz ein starkes und verdichtetes Dreieck für die Entwicklung der Kreativwirtschaft gebildet hat. Dieses erstreckt sich von der CREATIVE REGION Linz & Upper Austria über die Tabakfabrik Linz zur Ars Electronica.

Die CREATIVE REGION Linz & Upper Austria GmbH ist in den letzten Jahren zu einem der wichtigsten Player in der kreativen Entwicklung Oberösterreichs geworden. Sie dient als Ideen- und Projektwerkstatt, sowie als Informations- und Serviceplattform.

Die Studie bestätigt auch, dass sich die Tabakfabrik Linz über die Grenzen Oberösterreichs hinaus zu dem Leuchtturm Kreativwirtschaft entwickelt hat. Eine Vielzahl der in der Tabakfabrik angesiedelten Betriebe, Mikrounternehmen und Einzelpersonen finden sich in der Studie unter den 10 meistgenannten AkteurInnen Oberösterreichs. So etwa die Medienschmiede Netural, der Architekt Clemens Bauder oder die Designerin Magdalena Reiter.

Es ist auch besonders erfreulich, dass die Ars Electronica nicht nur unter den 15 wichtigsten Institutionen der Kreativwirtschaft in Österreichs angeführt wird, sondern auch als meistgenannte kulturelle Institution erwähnt wird. Dies spricht für die Vielfalt der Aktivitäten der Ars Electronica – von Festival Ars Electronica bis zum Ars Electronica Futurelab – aber auch für den Stellenwert, den Kunst und Kultur für eine nachhaltige Entwicklung der Kreativwirtschaft einnehmen können.

Das dichte Netzwerk dieser Kern-Community zeigt die enge und fruchtbare Vernetzung innerhalb der verschiedenen Branchen der Kreativwirtschaft, aber auch stabile und gute Beziehungen zwischen den Bereichen. Diese Diversität zeichnet Oberösterreich aus und deutet auf eine hohe Resilienz, also Abwehrfähigkeit von Krisen hin. Das wiederum spricht für eine sehr nachhaltige Entwicklung der Kreativwirtschaft in Oberösterreich bzw. in Linz.

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