Manifesta 2014 in der Tabakfabrik Linz?

„Atemberaubend in seiner Spannweite und mit kompromisslos-experimenteller Herangehensweise“, so beschreibt das Wall Street Journal das biennale Kunstfestival Manifesta. „Wir freuen uns sehr, dass die Manifesta Interesse an der Tabakfabrik hat“, so der künstlerische Leiter der Tabakfabrik Chris Müller.

Das Kunstfestival hat schon oft in ungewöhnlichen Spielstätten stattgefunden. Heuer bespielt die Manifesta mit der ehemaligen André-Dumont-Zeche von Waterschei bereits eine riesige Industriebrache. Chris Müller: „Die Tabakfabrik würde sich daher natürlich ideal als nächster Spielort für die Manifesta anbieten. Die KollegInnen stehen in Genk vor ähnlichen Herausforderungen wie wir derzeit. Da können wir voneinander lernen und profitieren.“

Bei einem Lokalaugenschein in Linz Ende März war die Leiterin der Manifesta Hedwig Fijen fasziniert von den unendlichen Möglichkeiten, die das Areal bietet. Bei einer weiteren Besichtigung am vergangenen Mittwoch zeigte sich auch Manifesta-Aufsichtsratmitglied Allard Huizing beeindruckt von der Tabakfabrik und meinte, er werde sich für diesen Standort einsetzen.

Auch dass sich 2014 der Fall der Berliner Mauer und des Eisernen Vorhangs zum 25. Mal jähren, spricht laut Fijen für Linz. Die Landeshauptstadt liegt nur 30 Kilometer von der ehemaligen Grenze des Eisernen Vorhangs entfernt. „Der Fall des Eisernen Vorhangs ist ein weltpolitisches Thema, eines der wichtigsten Ereignisse des letzten Jahrhunderts. Wenn die Menschheit dieses Jubiläum begeht, kann Linz mitverhandeln, wie der Eintrag im Geschichtsbuch aussehen wird“, so Chris Müller.

Da die Manifesta international höchstes Renommee genießt und gut vernetzt ist, würden durch das Festival viele KünstlerInnen nach Linz gezogen werden. Auch mediale Aufmerksamkeit wäre Linz und der Tabakfabrik gewiss. „Wenn wir es schaffen, die Manifesta 2014 in die Tabakfabrik zu bringen, würde das perfekt in unsere Strategie passen, das Areal auch als Standort für KünstlerInnen, KulturarbeiterInnen und Kreative zu etablieren. Die Tabakfabrik und die freie Szene werden nachhaltig von dem Kunstfestival und der internationalen Aufmerksamkeit profitieren!“, ist Chris Müller überzeugt.

Zur Manifesta:

Die erste Manifesta wurde das erste Mal 1996 in Rotterdam ausgetragen, heuer findet sie in der belgischen Provinz Genk statt. Veranstaltet wird das Kunstfestival von der Non-Profit-Organisation „International Foundation Manifesta“ mit Sitz in Amsterdam. Die Manifesta gehört neben der „Documenta“ in Kassel und der „Biennale“ in Venedig zu den wichtigsten europäischen Festivals für zeitgenössische Kunst.

http://manifesta.org/

http://www.biennialfoundation.org/

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