13.000 Messe-Gäste in der Tabakfabrik zelebrierten Nachhaltigkeit mit Stil

© Markus Morianz

Bei der WearFair & mehr, Österreichs größter Messe für einen öko-fairen Lebensstil, verwandelte sich die Tabakfabrik Linz auch heuer drei Tage lang in eine Präsentationsfläche für 200 AusstellerInnen. Ihr Angebot reichte von Silberschmuck aus ausgemusterten Röntgenplatten über trendige Trachtenmode aus Oberösterreich bis hin zum steirischen Sugo aus regionalen Zutaten.

13.000 Messe-Besucher konnten aber nicht nur nachhaltige Produkte bestaunen und kaufen, sondern auch Kaputtgegangenes reparieren lassen. Unter dem Motto „Demonstration gegen die Wegwerfgesellschaft“ reparierte der Elektrotechniker Abdul Rahman beim Otelo Repair-Cafe von MessebesucherInnen mitgebrachte Wasserkocher, Kaffeemaschinen und  Kopfhörer. Nicht umsonst ist die WearFair & mehr ein Green Event, bei dem auf Plastiksackerl verzichtet wird und Waste-Guides für Müllvermeidung und -trennung sorgen.

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Vom Uni-Referat zum öko-fairen Modelabel

Einer von 33 Programmpunkten der WearFair & mehr war das von SÜDWIND organisierte LehrerInnen-Seminar „Fair, ökologisch, nachhaltig“. Die TeilnehmerInnen erfuhren, was hinter den unterschiedlichen Gütesiegeln steckt und Sigmund Benzinger, Geschäftsführer des Grazer Modelabels zerum, schilderte, wie er nach einem frustrierenden Referat auf der Universität über die Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie den Plan fasste, ein eigenes Unternehmen aufzubauen, mit dem Ziel so ökologisch und fair wie möglich zu produzieren.

Nachhaltigkeit stilvoll präsentiert genossen rund 250 Menschen bei der von Marlena Gubo choreografierten Modenschau am Freitag Abend. Im Hof der Tabakfabrik konnten die BesucherInnen Produkte im italienischen Stil entdecken. Das Start-Up crank-e zeigte alte Vespas mit modernem Elektroantrieb. Mittels Computerkabel werden die Akkus der Motoren aufgeladen und mit 40 Cent Stromkosten fährt das italienische Gefährt 100 Kilometer weit.

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Kooperation statt Konkurrenz

20 Vereine stellten in der Initiativen Lounge ihre Ideen für eine lebenswerte Zukunft vor. BesucherInnen konnten u.a. GenossenschafterInnen bei der Bank für Gemeinwohl werden, Petitionen für die Freilassung von politischen Häftlingen unterschreiben und sich über Unternehmensbilanzen informieren, die den Werten der Gemeinwohlökonomie entsprechen, die Kooperation und nicht Konkurrenz in den Vordergrund stellt. Kooperation lebten auch die Caterer auf der WearFair & mehr. So versorgte der Biohof Achleitner den Imbiss Road Crepe, dem wegen des Andrangs die Zutaten ausgegangen waren, in einer Nacht-und-Nebel-Aktion mit regionalem Gemüsenachschub. Über alternative Wirtschaftskonzepte informierte auch der Gemeinwohl-Experte Christian Felber in seinem Vortrag mit der Message: „Eine andere Wirtschaftsordnung ist möglich und nötig“.

wearfair.at

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